Rezension: „Pflaumenlila“ von Claire Scott

BDSM, Erotik

Ein Komplettkurs BDSM für Anfänger

„Pflaumenlila“ von Claire Scott habe ich bei einer Leserunde gewonnen, für die ich mich beworben habe, weil ich nach SoG keine weiteren erotischen Bücher gelesen habe und gerne wissen wollte, wie andere Autoren das umsetzen.

Das Cover fand ich sehr hübsch, als ich mich für die Leserunde bewarb, musste dann jedoch feststellen, dass das ein ursprüngliches Coverbild war, das durch einen Umzug zu einem anderen Herausgeber geändert werden musste. Das neue Cover gefällt mir nicht so gut. Es wirkt regelrecht langweilig und repräsentiert in meinen Augen nicht den Inhalt des Buches und ich hätte es wahrscheinlich nicht einmal in die Hand genommen, um den Klappentext zu lesen, was bei diesem Buch sehr schade ist, da der Inhalt durchaus sehr lesenswert ist.

Claire Scott holt den Leser ab, indem sie das komplette Buch aus Sicht der Protagonistin Allegra im Präsens schreibt und man dadurch permanent Einblick in ihr Gefühlsleben bekommt. Es beginnt damit, dass Allegra und Robert sich kennenlernen und feststellen, dass ihr Bedürfnisse perfekt harmonieren. Sie lernen sich langsam kennen und auf dem Weg dorthin erfährt der Leser viel aus dem erotischen Beisammensein der beiden. Im Laufe des Buches lernen sie Neulinge im BDSM-Bereich kennen und treffen alteingesessene Hasen wieder, sodass der Leser auch darüber hinaus erfährt, wie unterschiedlich BDSM ausgelebt werden kann. Im Vordergrund des Buches steht immer wieder, wie wichtig der Respekt innerhalb einer Beziehung und sich selbst gegenüber ist, sowohl im SM-Bereich, als auch außerhalb, dem Dom gegenüber, aber vor allem auch gegenüber der Sub. Das ist eine wichtige Message, die viele Personen erreichen sollte

Obwohl es ein eindeutig erotisches Buch ist, fehlte mir an manchen Stellen der Tiefgang der Personen. Man erfährt wenig über das Erotische hinaus und wenn Allegra zur Arbeit ging, entstand bei mir im Kopf das Bild, wie sie an ihrem Schreibtisch im Büro sitzt und Däumchen dreht (ähnlich auch bei anderen Figuren). Im Laufe des Buches ändert sich das ein wenig in Bezug auf die Protagonisten, das brachte sie mir viel näher.

Allegras Entscheidungen konnte ich nicht immer zu hundert Prozent nachvollziehen. Sie at eine vergangene Beziehung, die sie erst in den Himmel lobt, dann total verteufelt und dann genau das gleiche von Robert mit sich machen lässt. Der große Krach ließ jedoch nicht lange auf sich warten, da kam mir Allegra wieder ein wenig näher.

Alles in allem ist das Buch sehr empfehlenswert. Es bringt schön die erotische Spannung zum Ausdruck, gibt Anregungen, falls man sich ebenfalls für den BDSM-Bereich interessiert, aber sich bislang noch nicht getraut hat und geht an keiner Stelle so tief in die Materie hinein, dass es den Leser verstört zurücklässt. (Allerdings habe ich gesehen, dass es einen zweiten Band gibt, in dem es wohl härter zur Sache gehen soll … ich lasse mich da mal überraschen) Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen und man hat ihn auch nach über fünfhundert Seiten nicht über.

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Und wer das Buch ebenfalls lesen mag, wird hier fündig:

Rezension: Winterzauber in Paris

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Dieses Buch kaufte ich mir ungefähr einen Monat vor Weihnachten, nachdem mich das zauberhafte und völlig zum Buch passende Cover im Buchladen angelacht hatte. Um es gleich vorneweg zu nehmen: Das, was mich bei dem Buch am meisten störte, war, dass ich wochenlang auf weihnachtliches Wetter wartete, um mich noch mehr von der zauberhaft anmutenden Geschichte einfangen zu lassen, es dann jedoch am Weihnachtswochenende bei 7 °C las, weil ich es spätestens zu Weihnachten lesen wollte.

Den Klappentext kann jeder selbst nachlesen, daher starte ich gleich mit meiner persönlichen Meinung:

Nach den ersten beiden Kapiteln dachte ich: Ohje, zwei so kaputte Menschen, wie sollen die zueinander finden und dann auch noch für das obligatorische Happy End sorgen? Doch von der ersten Seite an schaffte es Mandy Bagott, mich mit ihrem locker-leichten Schreibstil nach Paris zu entführen, wo ich – wie sie ebenso in ihrem Nachwort schrieb – unbedingt wieder einmal hinmuss. Viele bekannte Orte in Paris tauchen auf, das köstliche französische Essen steht dank der Protagonistin Ava sehr im Vordergrund (es gibt nichts Besseres als Käse, Wein und Schokolade in Büchern, außer vielleicht, wenn es dem Buch gleich noch dabei läge) und bei alledem konnte man sich wunderbar in die Gefühlswelt der Protagonisten hineinversetzen, während sie von dem ein oder anderen Chaos auf Trab gehalten wurden. Ob es dann schlussendlich zu dem notwendigen Happy End kommt? Das verrate ich hier nicht und empfehle jedem, der sich dafür interessiert, es selbst zu lesen. „Winterzauber“ sollte man wörtlich nehmen und das Buch nicht unbedingt mit einem Weihnachtsbuch verwechseln, denn obwohl es größtenteils in der Vorweihnachtszeit spielt steht doch eher der Winter im Vordergrund.

5 von 5 Sternen

Wer es jetzt nicht abwarten kann, das Buch zu lesen, wird hier fündig:

Rezension und Verlosung: Passagier 23 von Sebastian Fitzek

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Meine zweite Rezension auf Märchengestöber widme ich einer Geschichte von Sebastian Fitzek, der zu meinen favorisierten Autoren zählt. Die Gründe dafür sind auch ganz eindeutig zu erklären:

  • ich mag seinen Schreibstil
  • seine Geschichten beginnen oft so, dass man meint, das komplette Ende hervorsehen zu können, doch dann dreht sich die Geschichte um 180 ° und endet völlig unerwartet
  • ich finde mich oft an den Schauplätzen seiner in Berlin spielenden Geschichten wieder und kann von daher vieles noch bildlicher vor mir sehen

 

Doch kommen wir ganz speziell zu Passagier 23:

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der als verdeckter Ermittler tätige Polizeipsychologe Martin Schwartz, der vor fünf Jahren seine Frau – eine Grundschullehrerin an der Schule, auf die meine Kinder gingen – und seinen Sohn verlor, indem sie nicht von einer Kreuzfahrt mit der Sultan of the Seas wiederkehrten. Nachdem er vergeblich versucht hatte, herauszufinden, was tatsächlich mit seiner Familie passiert war, nimmt er am Boden zerstört jeden Ermittlungsauftrag an, der potentiell tödlich enden könnte.

Obwohl er sich geschworen hat, niemals wieder das Kreuzfahrtschiff zu betreten, trifft er sich dort mit einer Thrillerautorin, die ihm neue Informationen über das Schicksal seiner Familie verspricht. An Bord stellt er jedoch fest, dass es gar nicht nur um seine Familie, sondern vielmehr um einen anderen Passagier 23 – einen von durchschnittlich 23 jährlich von Kreuzfahrtschiffen verschwundenen Passagieren – ging: Ein junges Mädchen, dass nach acht Wochen Verschollenheit plötzlich wieder auftaucht und trotz mehrerer Intelligenzauszeichnungen und dem Sprechen von fünf Sprachen stumm bleibt. Martin soll nun herausfinden, was passiert ist und wo das Mädchen in den acht Wochen gesteckt hat.

Nebenbei gibt es mehrere andere Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, dann aber am Ende alle zusammen laufen, und ein Ende ergeben, an das ich im Traum nicht gedacht hätte.

 

Mir persönlich gefiel der Roman, den ich als Hörbuch beim Autofahren gehört habe, sehr gut. Er hat genau die richtige Länge (einmal von Berlin nach Aachen – man sollte jedoch darauf achten, dass die Kinder über Kopfhörer andere Dinge hören, oder die Kinder einfach nicht mit im Auto sitzen).

Bei Passagier 23 werden sehr viele Abschnitte erzählt, die erst am Ende des Abschnitts oder deutlich später aus anderen Blickwinkeln erzählt oder aufgelöst werden, daher musste ich manche Kapitel zweimal direkt nacheinander hören, hätte sie vermutlich aber auch im Buch zweimal gelesen. Insgesamt habe ich die Geschichte dreimal gehört und muss sagen, mit dem Hintergrundwissen hört es sich gleich ganz anders.

Ein gelungenes Buch, das ich jedem, der gerne Krimis, Thriller, Psychothriller liest mit gutem Gewissen ans Herz legen kann.

 

Und wenn ihr das Hörbuch zu Passagier 23 auch gerne hören wollte, dann schickt mir eine E-Mail mit dem Betreff „Passagier 23“ und gewinnt es mit ein wenig Glück!

 

Liebe Grüße

 

Nadine

 

P.S.: Da es für Verlosungen im Internet einige Bestimmungen gibt:

  • Veranstalter der Verlosung bin ich (siehe Impressum).
  • Teilnahmeberechtigt sind alle, die das Buch gerne hören möchten.
  • Die Gewinner werden am 31.08.2017 ermittelt (die Einsendungen werden durchnummeriert und eins meiner Kinder darf eine Zahl in den Raum werfen).
  • Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und erhält das Buch nach Angabe der Adresse auf dem Postweg zugesendet (auf Wunsch: Selbstabholung). Der Gewinner wird per Vornamen auf dieser Seite bekannt gegeben.
  • Nach vollständigem Ablauf der Verlosung werden alle Daten (E-Mail-Adressen, Adressen etc.) gelöscht. Es erfolgt keine Weitergabe irgendwelcher Daten an Dritte!
  • Änderungen im Falle eines Falles behalte ich mir vor.

 

Falls dir die Rezension gefällt und du die Geschichte gerne selbst lesen/hören möchtest, wirst du hier fündig:

Hörbuch:

Taschenbuch:

 

Die Kaugummiblase

Es war einmal ein kleines Mädchen. Das kaute jeden Tag von früh bis spät Kaugummi und pustete dabei immer wieder Kaugummiblasen, die mit einem lauten „Plopp“ zerplatzten, daher wurde sie von allen nur „Ploppi“ genannt.

Ploppis Traum war es, die größte Kaugummiblase auf der ganzen Welt zu erschaffen, und so übte sie tagein, tagaus. Sie testete, welche Kaugummis sich am besten aufblasen ließen, die Blasen welcher Kaugummis sich am längsten hielten und welche Kaugummiblasen am schönsten anzusehen waren. Sie testete Pfefferminzkaugummis, Kaugummis mit Fruchtgeschmack, Kaugummis mit Cola-Geschmack, Streifenkaugummis, Kaugummikugeln, Kaugummi-Lutscher und Kaugummi-Dragees. Schließlich entschied sie sich für einen zartrosa glänzenden Kaugummi mit Erdbeergeschmack, der die höchste Festigkeit von allen aufwies.

Nach wochenlanger Vorbereitung sollte heute der große Tag sein. Ploppi hatte in der Nacht vor Aufregung kaum geschlafen, trotzdem sprang sie frühmorgens aus dem Bett und verschwand nach dem Frühstück gleich auf den Spielplatz, wo sie alle ihre Freunde und alle Kinder aus dem Viertel für heute herbestellt hatte. Es waren sogar die großen Jungen mit ihren Smartphones gekommen.

Ploppi stellte sich auf die Holzbrücke, wo alle sie sehen konnten, und griff in ihr Handtäschchen. Sie hatte ihr Taschengeld von drei Wochen komplett in Kaugummis investiert und ihr Täschchen war bis zum Rand mit ihnen gefüllt. Nun nahm sie sich einen, wickelte ihn aus dem Papier und steckte ihn in den Mund. Sie kaute ihn weich und probierte zwei kleine Kaugummiblasen, die mit einem lauten „Plopp“ zersprangen. Ehrfurchtsvoll schauten die auf dem Spielplatz versammelten Kinder zu ihr hoch und wurden ungeduldig. Ein paar kleinere Kinder kletterten die Holzbrücke hoch und setzten sich zu ihren Füßen, um besser sehen zu können.

Ploppi griff erneut in ihr Handtäschchen, holte den nächsten Kaugummi heraus, wickelte ihn aus und ließ ihn in ihrem Mund verschwinden. So fuhr sie fort, bis ihre Backen aussahen wie aufgepustet, doch noch immer steckte sie weiterhin einen Kaugummi nach dem anderen in den Mund, bis sich in ihrem Täschchen nur noch die leeren Kaugummipapiere befanden.

„Aaaaachtng!“, rief sie mit vollem Mund. „Ef geht lof!“ Sie kaute noch einmal gründlich den gesamten Klumpen durch, streckte ihre Zunge heraus und blies. Und blies. Und blies. Immer größer und größer wurde die Kaugummiblase und immer größer und größer wurden die Augen der umstehenden Kinder und die großen Jungen machten mit ihren Smartphones ein Foto nach dem anderen oder filmten Ploppis Rekordversuch. Der Erdbeergeruch des Kaugummis erfüllte den gesamten Spielplatz. Und noch immer blies Ploppi und noch immer wurde die Kaugummiblase immer größer – und plötzlich geschah es: Während Ploppi in den Kaugummi blies und die Kaugummiblase immer größer wurde, erhob sich Ploppi langsam, ganz langsam in die Luft. Eines der umstehenden Kinder reagierte schnell und hängte sich an Ploppis Füße, doch nun schwebten sie zusammen nach oben. Ploppi blies immer weiter. Sie stiegen immer höher. Immer mehr Kinder hängten sich an die Füße des jeweils vorigen Kindes, doch so sehr sie versuchten, Ploppi wieder hinab zu ziehen, es gelang ihnen nicht. Ploppi stieg indes immer höher. Sie war schon an den Baumwipfeln vorbeigeschwebt, an den Hausdächern, an den Vögeln, die gerade Richtung Süden flogen, hatte nun auch die Wolken hinter sich gelassen und schwebte geradewegs auf das Weltall zu. Ihr Kopf durchstieß die Erdatmosphäre. Sie befand sich im Weltall und sie sah um sich herum die Sterne funkeln und glitzern. Langsam fühlte sie, während sie immer noch in den Kaugummi blies, dass der Kaugummi nun langsam zum Ende kam. Sie hörte auf zu pusten und schlagartig hörte die Kaugummiblase auf zu steigen. Als Ploppi hinunterschaute, war der Spielplatz so klein, dass sie ihn gar nicht mehr sehen konnte. Stattdessen sah sie die Kette aus Kindern, die an ihr hing und so lang war, dass sie ihr Ende nicht sehen konnte. Tatsächlich reichte die Kette genau bis auf den Spielplatz. In dem Moment, als sich das letzte Kind an die Kette gehängt hatte, hatte die Kaugummiblase aufgehört, zu steigen.

Ratlos schaute Ploppi sich um. Wie sollte sie wieder hinunter zur Erde gelangen? Die Sterne sausten um sie herum und versuchten, sie zum Spielen zu überreden. Aus ihren Schweifen sprühte dabei funkelnder Sternenstaub, der alle Kinder zum Glitzern brachte. Ploppi griff nach der Kaugummiblase, sodass sie die Kaugummiblase wie einen riesigen Ballon in der Hand hielt und den Mund zum Sprechen wieder frei hatte. „Was machen wir nun?“, fragte sie ratlos.

„Wir brauchen eine Nadel, damit wir ein Loch in die Kaugummiblase stechen können“, schlug ein Kind vor.

„Nein, dann zerplatzt die Blase und wir fallen alle auf die Erde“, rief ein anderes.

„Ich kenne einen Trick“, sagte Ploppi. „Ich brauche dafür einen Streifen Klebeband und eine Nadel.“

Und einer zum nächsten – wie bei der stillen Post – gab weiter, dass Ploppi einen Streifen Klebeband und eine Nadel brauchte. Und als die Stille Post auf dem Spielplatz ankam, hatten sich schon die besorgten Mütter und Väter der Kinder eingefunden. Ploppis Mutter hatte tatsächlich eine Nadel und einen Streifen Klebeband dabei, die sie eilig den Kindern gab, damit sie beides nach oben weiterreichen konnten. Und Ploppi klebte das Klebeband auf den Kaugummi-Ballon und stach dann mit der Nadel hindurch. Wie sie es von normalen Luftballons kannte, entschwand die Luft so langsam aus dem Kaugummi, dass sie ganz sanft dem Boden entgegenschwebten und sicher landeten.

 

„Schade, dass niemand ein Foto von meiner Kaugummiblase gemacht hat, als sie am allergrößten war“, sagte Ploppi abends. Sie hatte sich bei ihrer Mutter, die auf der Couch saß, angekuschelt.

„Pssst“, sagte ihre Mutter und legte den Zeigefinger auf die Lippen. „Die Nachrichten fangen jetzt an.“

Die Nachrichtenmelodie ertönte und verstummte wieder.

„Guten Abend, meine Damen und Herren“, begann der Nachrichtensprecher. „Im Weltall wurde heute die allergrößte Kaugummiblase gesichtet. Mit unseren Satelliten konnten wir folgendes Foto aufnehmen.“

Im Fernsehen erschien ein Foto von Ploppis zartrosa glänzender Kaugummiblase, als sie am allergrößten war. Auch Ploppi und die Kinderkette waren ganz deutlich zu sehen. Ploppi strahlte über das ganze Gesicht. Plötzlich hörte sie ein Zischen aus ihrer Hosentasche und als sie hineingriff, hielt sie einen funkelnden, Glitzerstaub versprühenden Stern in der Hand. Er musste sich im Weltall in ihre Hosentasche verirrt haben und lächelte sie jetzt an. Und da war sich Ploppi sicher, dass sie diesen Tag niemals vergessen würde.

Meine Geburtstagsgeschichte für Ronja

Liebe Ronja,

 

seit elf Jahren nun bereicherst du mein Leben, zunächst als winzig kleine Maus, dann als Kleinkind und mittlerweile als junge Dame. So viele Dinge haben wir bereits gemeinsam erlebt und so viele Dinge werden in den nächsten Jahren noch hinzukommen.

Ich weiß, wie gerne du die von mir geschriebenen Geschichten magst, daher ist hier deine ganz persönliche Geburtstagsgeschichte:

 

Die Geburtstagsüberraschung

 

Fröhlich erwachte Eichhörnchen Ronja in ihrem Nest. Sie reckte und streckte sich und blinzelte, als der helle Sonnenschein durch das dichte Blätterdach blitzte. Gut gelaunt kletterte sie aus dem Nest und kletterte in Windeseile den Baum hinunter. Sie konnte es kaum erwarten, ihre Freunde zu treffen, denn sie hatte heute Geburtstag und war gespannt, welche Überraschungen sich ihre Freunde ausgedacht hatten.

Sie putzte sich ausgiebig das Fell und holte sich ein paar Frühstücks-Haselnüsse aus ihrer Vorratskammer. Während sie genüsslich frühstückte, lief Familie Maus an ihr vorbei. Sie waren ins Gespräch vertieft und zogen ein großes Kastanienblatt hinter sich her, auf dem Walnüsse zu einer Pyramide gestapelt waren.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

Vater Maus, Mutter Maus und die drei Kinder Maus schauten kurz auf. „Guten Morgen, Ronja“, grüßte Vater Maus abwesend. „Wir haben leider keine Zeit, wir müssen schnell weiter.“ Und schon zogen die Mäuse mit ihrer Pyramide weiter.

„Sie haben es vergessen“, dachte Ronja traurig. Davon würde sie sich aber nicht den Tag verderben lassen. Sie hatte schließlich noch mehr Freunde. Sie machte sich auf den Weg zum Flussufer, um sich in dem herrlichen Nass ein wenig abzukühlen. Unterwegs traf sie Familie Wildschwein, die eilig mit Haselnüssen im Maul an ihr vorbei galoppierten.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

„Guten Morgen, Ronja“, riefen sie ihr im Vorbeirennen zu. „Wir haben heute leider keine Zeit zu plaudern.“

„Auch sie haben es vergessen.“ Betrübt schlenderte Ronja weiter zum Flussufer. Dort angekommen flogen gerade die Spatzen mit Sonnenblumenkernen im Schnabel los und riefen ihr zu: „Wir werden dringend erwartet. Bis bald, Ronja!“

Enttäuscht ließ sich Ronja am Flussufer nieder. Die Freude an diesem Tag war ihr vergangen und sie fragte sich, ob es überhaupt jemanden gab, der heute an sie dachte. Es begegneten ihr im Laufe des Tages noch Herr Igel und Frau Reh, die Zwergenfamilie, Herr Fuchs, eine Raupe, zwei Kobolde, Familie Bär, ein Bienenschwarm, Familie Hase, eine kleine Elfe und ein einsamer Wolf, doch alle hatten es eilig und mussten schnell weiter, sobald sie Ronja erblickten.

Als die Sonne unterging, schlich Ronja sich bedrückt zu ihrem Baum zurück. Niemand hatte ihr gratuliert. Niemand hatte an sie gedacht. Sie bog gerade um die letzte Waldbiegung und – stand vor dem größten Geburtstagskuchen der Welt. Alle Bewohner des Waldes standen mit Sternchen sprühenden Wunderkerzen um den rieseigen Kuchen drumherum und sangen ihr ein Geburtstagsständchen. Als sie geendet hatten, ließen sie Ronja hochleben und trugen sie elf Runden um den Geburtstagskuchen.

„Liebe Ronja“, sprach die kleine Elfe mit glockenhellem Stimmchen. Sie schwebte in ihrem funkelndblauen Festtagskleidchen vor dem Geburtstagskuchen. „Wir gratulieren dir von ganzem Herzen zu deinem heutigen Geburtstag! Dies ist der größte, nussigste Geburtstagskuchen, den die Welt je gesehen hat.“ Sie wirbelte einmal ihren leuchtenden Sternenstab im Kreis und unter Ronjas Baum war die schönste Party vorbereitet. Laternen und Girlanden schmückten den Wald, Krüge mit Waldmeister- und Himbeersirup standen auf den plötzlich erschienenen Tischen und Tanzmusik schallte durch den Wald.

Begeistert ließ sich Ronja von der Party mitreißen. Sie feierten die ganze Nacht hindurch und drei weitere Tage und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.