Ausflugtipps August 2017

Früher war alles besser. Der Sommer zum Beispiel. Das Beste, was man tun kann, ist demnach, die Sachen zu packen und in wärmere Gefilde zu verschwinden.

Da das aber nicht immer möglich ist, kommen hier ein paar Tipps, was sich in Berlin im August trotzdem unternehmen lässt:

Zunächst möchte ich allen Berliner Kindern den Superferienpass (sfp) wärmstens ans Herz legen. Meine Kinder bekommen ihn jedes Jahr seit sie 5 Jahre alt sind. Mit dem sfp können deine Kinder in den Ferien jeden Tag bis 14 Uhr kostenlos in alle Schwimmbäder der Berliner Bäder Betriebe bzw. ganztags in die Freibäder. Weiterhin gibt es viele kulturelle, sportliche und andere Veranstaltungen, zu denen sfp-Besitzer (und teilweise ihre Begleitpersonen) vergünstigten oder freien Eintritt bekommen.

Zeitreise ins Jahr 1517 im FEZ

Ein kleines mittelalterliches Dorf will sich in eine unabhängige Stadt umwandeln. Durch den Zeitreisetunnel gelangen die Kinder 500 Jahre in die Vergangenheit und können für einen Tag – oder die kompletten Sommerferien – das damalige Leben miterleben. Bei Dauerregen wird das Event nach drinnen verlegt.

Wer: Kinder von 5-14 Jahren (mit oder ohne Eltern)

Wann: in den Sommerferien tägl. 10-16 Uhr (Sa/So/Feiertag: 12-17 Uhr)

Kosten: 3,- € (mit Superferienpass 2,- €)

Wo: Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin

Berlin lacht

Internationales Straßentheater-Fest mit vielen Artisten, Clowns, Musik, Feuerkünstlern etc.

Wer: alle

Wann: tägl. bis zum 20.08. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Washingtonplatz am Hauptbahnhof

1. Lange Nacht der Astronomie

In dieser Nachte bevölkern Teleskope den Gleisdreieckpark und es werden viele Aktionen (Sternbildkunde, Basteln) rund um die Astronomie für Familien angeboten. Aber auch an anderen Tagen bieten die Planetarien ein tolles Programm mit Geschichten unter dem Sternenhimmel und vieles mehr.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 05.08., 17:00 Uhr – 24:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Park am Gleisdreieck

Kinderuniversität: Kleines Baby – vollkommender Mensch?

Die Charité lädt zu ihrer Vorlesungsreihe „Wie lebt mein Körper – schlaue Antworten für schlaue Köpfe“ ein. Wer die Hälfte aller Vorlesungen der Reihe besucht erhält ein Diplom „Spezialist für den Körper“. Die Anmeldung für die einzelnen Vorlesungen erfolgt hier

Wer: Kinder von 8-12 Jahren (mit oder ohne Eltern)

Wann: 11.08., 14:00 Uhr – 15:15 Uhr

Kosten: 2,50 €

Wo: Charitè – Campus Virchow Klinikum (Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin), Mittelallee 10, Hörsaal 6

Vom singenden, springenden Löweneckerchen

Märchenstunde im Ökowerk am Teufelssee. Das Ökowerk lässt sich auch außerhalb der Märchenstunde gut besuchen. Hier gibt es einen Barfußpfad, einen Teich zum Beobachten seiner Bewohner und viel Lehrreiches über unsere Natur.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 27.08., 13:00 Uhr – 14:00 Uhr oder 14:30 Uhr – 15:30 Uhr

Kosten: 2,00 €

Wo: Ökologische Bildungs- und Tagungsstätte, Teufelsseechaussee 22, 14193 Berlin

und wenn man schon mal da ist:

Wasserwerkstatt

Physikalische Experimente rund um das Wasser.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 27.08., 13:30 Uhr – 17:30 Uhr

Kosten: Erwachsene 4 € / Kinder 3 € / Familien 10 € / Materialpauschale 2 €

Wo: Ökologische Bildungs- und Tagungsstätte, Teufelsseechaussee 22, 14193 Berlin

Museum der Stille

Für ganz verregnete Tage empfehle ich euch einen Besuch in dem Museum der Stille. Dieses Museum bietet einen Ruhepol in dem immer hektischer werdenden Alltag, angelehnt an das Konzept der Kunst an „ruhigen“ Orten wie zum Beispiel Kirchen.

Wer: alle

Wann: Di – So, 14:00 Uhr – 19:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Linienstraße 154A, 10115 Berlin

Meine Geburtstagsgeschichte für Ronja

Liebe Ronja,

 

seit elf Jahren nun bereicherst du mein Leben, zunächst als winzig kleine Maus, dann als Kleinkind und mittlerweile als junge Dame. So viele Dinge haben wir bereits gemeinsam erlebt und so viele Dinge werden in den nächsten Jahren noch hinzukommen.

Ich weiß, wie gerne du die von mir geschriebenen Geschichten magst, daher ist hier deine ganz persönliche Geburtstagsgeschichte:

 

Die Geburtstagsüberraschung

 

Fröhlich erwachte Eichhörnchen Ronja in ihrem Nest. Sie reckte und streckte sich und blinzelte, als der helle Sonnenschein durch das dichte Blätterdach blitzte. Gut gelaunt kletterte sie aus dem Nest und kletterte in Windeseile den Baum hinunter. Sie konnte es kaum erwarten, ihre Freunde zu treffen, denn sie hatte heute Geburtstag und war gespannt, welche Überraschungen sich ihre Freunde ausgedacht hatten.

Sie putzte sich ausgiebig das Fell und holte sich ein paar Frühstücks-Haselnüsse aus ihrer Vorratskammer. Während sie genüsslich frühstückte, lief Familie Maus an ihr vorbei. Sie waren ins Gespräch vertieft und zogen ein großes Kastanienblatt hinter sich her, auf dem Walnüsse zu einer Pyramide gestapelt waren.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

Vater Maus, Mutter Maus und die drei Kinder Maus schauten kurz auf. „Guten Morgen, Ronja“, grüßte Vater Maus abwesend. „Wir haben leider keine Zeit, wir müssen schnell weiter.“ Und schon zogen die Mäuse mit ihrer Pyramide weiter.

„Sie haben es vergessen“, dachte Ronja traurig. Davon würde sie sich aber nicht den Tag verderben lassen. Sie hatte schließlich noch mehr Freunde. Sie machte sich auf den Weg zum Flussufer, um sich in dem herrlichen Nass ein wenig abzukühlen. Unterwegs traf sie Familie Wildschwein, die eilig mit Haselnüssen im Maul an ihr vorbei galoppierten.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

„Guten Morgen, Ronja“, riefen sie ihr im Vorbeirennen zu. „Wir haben heute leider keine Zeit zu plaudern.“

„Auch sie haben es vergessen.“ Betrübt schlenderte Ronja weiter zum Flussufer. Dort angekommen flogen gerade die Spatzen mit Sonnenblumenkernen im Schnabel los und riefen ihr zu: „Wir werden dringend erwartet. Bis bald, Ronja!“

Enttäuscht ließ sich Ronja am Flussufer nieder. Die Freude an diesem Tag war ihr vergangen und sie fragte sich, ob es überhaupt jemanden gab, der heute an sie dachte. Es begegneten ihr im Laufe des Tages noch Herr Igel und Frau Reh, die Zwergenfamilie, Herr Fuchs, eine Raupe, zwei Kobolde, Familie Bär, ein Bienenschwarm, Familie Hase, eine kleine Elfe und ein einsamer Wolf, doch alle hatten es eilig und mussten schnell weiter, sobald sie Ronja erblickten.

Als die Sonne unterging, schlich Ronja sich bedrückt zu ihrem Baum zurück. Niemand hatte ihr gratuliert. Niemand hatte an sie gedacht. Sie bog gerade um die letzte Waldbiegung und – stand vor dem größten Geburtstagskuchen der Welt. Alle Bewohner des Waldes standen mit Sternchen sprühenden Wunderkerzen um den rieseigen Kuchen drumherum und sangen ihr ein Geburtstagsständchen. Als sie geendet hatten, ließen sie Ronja hochleben und trugen sie elf Runden um den Geburtstagskuchen.

„Liebe Ronja“, sprach die kleine Elfe mit glockenhellem Stimmchen. Sie schwebte in ihrem funkelndblauen Festtagskleidchen vor dem Geburtstagskuchen. „Wir gratulieren dir von ganzem Herzen zu deinem heutigen Geburtstag! Dies ist der größte, nussigste Geburtstagskuchen, den die Welt je gesehen hat.“ Sie wirbelte einmal ihren leuchtenden Sternenstab im Kreis und unter Ronjas Baum war die schönste Party vorbereitet. Laternen und Girlanden schmückten den Wald, Krüge mit Waldmeister- und Himbeersirup standen auf den plötzlich erschienenen Tischen und Tanzmusik schallte durch den Wald.

Begeistert ließ sich Ronja von der Party mitreißen. Sie feierten die ganze Nacht hindurch und drei weitere Tage und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.

Als die Sterne vom Himmel fielen

Gute-Nacht-Geschichte

Schnell sammelte Sterntaler die herabgefallenen Sterne in ihr neues Hemd, doch es waren so viele, dass sie nicht alle tragen konnte. Glitzernd und funkelnd bedeckten die Sterne den Waldboden.

Das Kind, dem sie ihr letztes Hemd gegeben hatte, staunte sie mit weit aufgerissenen Augen an. „Du bist eine Zauberin!“, rief es aus.

„Nein“, lächelte Sterntaler. „Aber irgendjemand möchte, dass wir nicht mehr traurig sind und hat uns dafür die Sterne gesandt. Aber nun lass uns zur Ruhe legen. Es ist schon spät.“

Unter einem Baum bereiteten sie sich aus Moos und Gras eine Schlafstätte und sowie ihre Köpfe auf die weichen Kissen sanken, fielen sie in tiefen Schlaf mit wunderbaren Träumen.

Am nächsten Morgen erwachten sie, als die ersten Sonnenstrahlen sie an der Nase kitzelten. Sie reckten und streckten sich ausgiebig, schlugen die Augen auf und erschraken. Eine bunte Ansammlung an Waldtieren hatte sich auf ihrer Lichtung eingefunden. Ein kleiner Hase mit einer Mohrrübe im Schnäuzchen löste sich aus ihrer Mitte und hoppelte auf Sterntaler zu. Er legte die Mohrrübe vor Sterntaler auf dem Waldboden ab und sagte: „Wir möchten dir gerne unseren Dank erweisen, dass du auf das Wohl Anderer achtest. Nun ist es an der Zeit, dass sich auch um dein Wohl gekümmert wird. Bitte nimm unsere Geschenke an.“

Das Häschen hoppelte wieder zurück und verschwand in der Menge. Nun kamen alle Tiere nacheinander und legten ihre Gaben zu der Möhre auf den Waldboden: Das Eichhörnchen brachte Haselnüsse, der Bär ein Töpfchen voll Honig, die Mäusefamilie Körner und Beeren und die Schmetterlinge brachten bunte Blumengirlanden, die sie den Kindern sogleich um die Hälse hängten. Das Reh trat vor Sterntaler, lächelte es sanft mit seinen freundlichen, braunen Augen an und sagte: „Meine Gabe kann ich nicht hierher bringen. Aber bitte folgt mir, dann bringe ich euch zu meinem Geschenk.“

Die zwei Kinder, die sich in der Zwischenzeit von ihren Schlafstätten erhoben hatten, verstauten ihre Taler und die überbrachten Gaben in ihren Hemden und folgten dem Reh immer tiefer in den Wald hinein. Alle Tiere begleiteten sie. Sie liefen vorbei an plätschernden Waldbächen mit kleinen Wasserfällen, über eine kleine, morsche Holzbrücke, einen kleinen Hügel bergauf, eine steile Treppe, die zwischen zwei Felsen tief nach unten führte, hinab, einen geschlängelten Weg entlang, an einem verfallenen Schlösschen und an einer bunt leuchtenden Blumenwiese vorbei, bis sie schließlich vor einem hübschen Häuschen standen und das Reh sagte: „Wir sind da.“ Auf ihrem Weg hatten sie das Kind getroffen, welchem Sterntaler seine Mütze geschenkt hatte, und den alten Mann, dem es sein Stück Brot gegeben hatte, und sie hatten sich der merkwürdigen Wandertruppe angeschlossen. Froh, ihr Ziel erricht zu haben, rieben sie sich ihre schmerzenden Füße.

Mit seiner weichen Schnauze klopfte das Reh dreimal an die sonnengelb gestrichene Holztür und trat einen Schritt zurück. Es dauerte nicht lang, da öffnete eine junge Frau mit Kochschürze und einem Kochlöffel in der Hand die Tür und lächelte verwundert die Besucher an.

„Liebe Frau“, sprach das Reh, „ich weiß, dass ihr euch schon lange vergeblich Kinder wünscht. Diese Kinder, die wir zu euch führten, haben durchweg ein gutes Herz, kümmern sich um das Wohl Anderer und wurden selbst vom Glück verlassen, sodass sie weder Vater noch Mutter haben. Und auch dieser alte Mann hat niemanden mehr auf der Welt. Sie können die Familie sein, die ihr euch schon lange wünscht.“

Glücklich fielen sich alle in die Arme und versprachen einander, von nun an gegenseitig auf sich aufzupassen.

Mit Freudentränen in den Augen trat Sterntaler zu dem Reh, umarmte es und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. „Ich danke dir, lieber Freund“, sagte es. „Dank dir bin ich nun so viel reicher, als es alle Sterne der Welt gemeinsam je vermocht hätten.“