Äpfel mit Knusperhaube und Orakeleintopf

Zwei Kriterien müssen Rezepte erfüllen, wenn sie auf Märchengestöber berühmt werden möchten:

  1. Sie müssen mit einer Geschichte daherkommen
  2. Das entstandene Gericht muss meiner Familie schmecken

Punkt 1 erfüllen theoretisch alle Rezepte: Wer keine Geschichte hat, bekommt eine. Der limitierende Faktor liegt deutlich bei Punkt 2. Nachdem jedes einzelne meiner Kinder von Anfang an ALLES gegessen hat (Knoblauch pur, Gemüse, Fisch etc.) entwickelten alle drei ab dem Kindergartenalter ein „Ich mag das nicht!“, „Dagegen bin ich allergisch!“ oder „Das habe ich doch noch nie gegessen!“. Meine größte Herausforderung beim Kochen ist daher, etwas zu finden, das nicht Spaghetti Bolognese ist oder zu mindestens 80% aus Zucker besteht. Hier lasse ich euch jeden ersten Freitag im Monat an meinen Erkenntnissen teilhaben.

 

Heute Teil I: Äpfel mit Knusperhaube

(4 Portionen)

Die Äpfel mit Knusperhaube sind das allererste Rezept, das ich auf Märchengestöber vorstelle, da diese Leckerei direkt aus meinem Herzen kommt. Sie verbinden mich mit meiner kleinen, großen Schwester Yvo und wann immer wir gemeinsam frühstücken, leuchten bei der Ideenfindung unsere Augen auf und wir rufen: „Äpfel mit Knusperhaube!“ Sie verbinden uns so sehr miteinander, dass das Rezept sogar auf der Collage landete, die Yvo mir anlässlich meines 30jährigen Daseins (nein, so alt bin ich natürlich nicht wirklich!) bastelte. Dabei war das Finden des Rezeptes völlig unspektakulär: Yvo ernährte sich vegetarisch, ich mich vegan. Ich war bei ihr zu Besuch, sie wollte mir eine Freude machen und stöberte in einer Zeitschrift mit vegan-vegetarischen Rezepten. Sie stieß auf das Rezept und wir waren so begeistert, als wir beim Essen saßen, dass wir uns vornahmen, die Äpfel mit Knusperhaube unbedingt eines Tages zu wiederholen. Es verging einige Zeit und es kam wieder ein Tag, an dem wir gemeinsam frühstückten. „Oh, weißt du noch…“, „… Äpfel mit Knusperhaube…“, raunte es in der Küche und Yvo suchte die Zeitschrift mit dem Rezept. Es blieb beim Suchen. Die Zeitschrift ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Wir rekonstruierten das Rezept aus dem Gedächtnis und bei fast jedem Frühstück stehen seitdem bei uns die Äpfel mit Knusperhaube auf dem Tisch.

Viel Spaß beim Nachbacken und dem Versinken in diesem Apfeltraum!

P.S.: Entgegen der obigen Behauptung, in unserer Familie werde gerne zuckerreduziert gegessen, gehört dieses Rezept zu den Ausnahmen. Sorry! Ich bin auch nur ein Mensch. ?

P.P.S.: Vermutlich hatte die Schlange zum Verführen von Eva und Adam im Paradies Äpfel mit Knusperhaube gebacken.

P.P.P.S.: Vielen Dank an den Erfinder und Herausgeber dieses großartigen Rezeptes!

Zutaten:

4 Äpfel

1 TL Kardamom

100 g Haferflocken

100 ml Hafermilch

100 g Zucker

100 g Margarine

 

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C einstellen. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen und die Apfelspalten flächendeckend darauf verteilen und mit dem Kardamom bestreuen. Die restlichen Zutaten in einen kleinen Topf geben und unter Rühren erwärmen, bis alles geschmolzen, aufgelöst und gleichmäßig verteilt ist. Die Haferflockenmasse über den Äpfeln verteilen und alles zusammen für 20 Minuten in den Backofen stellen.

Tipp: Schwester zum Frühstück einladen (in Ermangelung einer Schwester geht auch die beste Freundin) oder es sich mit den fertigen Äpfeln und dem Lieblings(-hör-)buch in der Leseecke gemütlich machen!

 

 

Heute Teil II: Orakeleintopf

(4 Portionen)

Tahira, die Junghexe, war aufgeregt. Heute Nacht sollte ihre Hexenprüfung abgehalten werden, doch je näher sich der Stundenzeiger auf den Abend zubewegte, desto nervöser wurde sie. Sie befürchtete, in der Prüfung alles zu vergessen, was sie in den letzten 777 Jahren gelernt hatte.

„Komm her, mein Kind“, rief die alte Großmutter Salara aus der Küche. Sie rührte in einem großen Kessel, aus dem große, rote Blasen aufstiegen, mit einem großen Holzlöffel. „Ich habe diesen Orakeleintopf für dich gemacht. Nun rühre 99x rechtsherum und dann einmal linksherum, so wirst du sehen, was dir die Zukunft bringt.“

Tahira tat, wie ihr geheißen. … 95 … 96 … 97 … 98 … 99 – nun rührte sie linksherum und so wie sie den Kreis mit dem Holzlöffel vollendet hatte, erschien ihr lachendes Gesicht im Kessel. Da wusste sie, dass sie die Prüfung bestehen werde und konnte seelenruhig mit ihrer Familie den Eintopf verspeisen.

Zutaten:

500 g Hähnchenfilet

1 Zwiebel

1 Zucchini

2 EL Öl

Pfeffer, Salz

200 ml Hühnerbrühe

500 g passierte Tomaten

2 Dosen Mais (425 g)

100 g Kirschtomaten

100 ml Schlagsahne

1 TL Curry

½ TL Paprika edelsüß

 

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen, die Zucchini waschen und beides in kleine Würfel schneiden. Das Hähnchenfleisch waschen und in Streifen schneiden. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Hähnchenstreifen rundherum goldbraun anbraten, die Zwiebeln und Zucchini kurz mitdünsten, dann würzen. Brühe, passierte Tomaten und Mais in die Pfanne geben, umrühren und alles zugedeckt 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Die Tomaten waschen und halbieren und mit der Sahne in die Pfanne geben. Alles zusammen 5 Minuten weitergaren und dann mit Salz, Curry und Paprika abschmecken.

 

Guten Appetit!

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