Rezension und Verlosung: Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Rezension, Verlosung, Sebastian Fitzek, Passagier 23

Meine zweite Rezension auf Märchengestöber widme ich einer Geschichte von Sebastian Fitzek, der zu meinen favorisierten Autoren zählt. Die Gründe dafür sind auch ganz eindeutig zu erklären:

  • ich mag seinen Schreibstil
  • seine Geschichten beginnen oft so, dass man meint, das komplette Ende hervorsehen zu können, doch dann dreht sich die Geschichte um 180 ° und endet völlig unerwartet
  • ich finde mich oft an den Schauplätzen seiner in Berlin spielenden Geschichten wieder und kann von daher vieles noch bildlicher vor mir sehen

 

Doch kommen wir ganz speziell zu Passagier 23:

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der als verdeckter Ermittler tätige Polizeipsychologe Martin Schwartz, der vor fünf Jahren seine Frau – eine Grundschullehrerin an der Schule, auf die meine Kinder gingen – und seinen Sohn verlor, indem sie nicht von einer Kreuzfahrt mit der Sultan of the Seas wiederkehrten. Nachdem er vergeblich versucht hatte, herauszufinden, was tatsächlich mit seiner Familie passiert war, nimmt er am Boden zerstört jeden Ermittlungsauftrag an, der potentiell tödlich enden könnte.

Obwohl er sich geschworen hat, niemals wieder das Kreuzfahrtschiff zu betreten, trifft er sich dort mit einer Thrillerautorin, die ihm neue Informationen über das Schicksal seiner Familie verspricht. An Bord stellt er jedoch fest, dass es gar nicht nur um seine Familie, sondern vielmehr um einen anderen Passagier 23 – einen von durchschnittlich 23 jährlich von Kreuzfahrtschiffen verschwundenen Passagieren – ging: Ein junges Mädchen, dass nach acht Wochen Verschollenheit plötzlich wieder auftaucht und trotz mehrerer Intelligenzauszeichnungen und dem Sprechen von fünf Sprachen stumm bleibt. Martin soll nun herausfinden, was passiert ist und wo das Mädchen in den acht Wochen gesteckt hat.

Nebenbei gibt es mehrere andere Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, dann aber am Ende alle zusammen laufen, und ein Ende ergeben, an das ich im Traum nicht gedacht hätte.

 

Mir persönlich gefiel der Roman, den ich als Hörbuch beim Autofahren gehört habe, sehr gut. Er hat genau die richtige Länge (einmal von Berlin nach Aachen – man sollte jedoch darauf achten, dass die Kinder über Kopfhörer andere Dinge hören, oder die Kinder einfach nicht mit im Auto sitzen).

Bei Passagier 23 werden sehr viele Abschnitte erzählt, die erst am Ende des Abschnitts oder deutlich später aus anderen Blickwinkeln erzählt oder aufgelöst werden, daher musste ich manche Kapitel zweimal direkt nacheinander hören, hätte sie vermutlich aber auch im Buch zweimal gelesen. Insgesamt habe ich die Geschichte dreimal gehört und muss sagen, mit dem Hintergrundwissen hört es sich gleich ganz anders.

Ein gelungenes Buch, das ich jedem, der gerne Krimis, Thriller, Psychothriller liest mit gutem Gewissen ans Herz legen kann.

 

Und wenn ihr das Hörbuch zu Passagier 23 auch gerne hören wollte, dann schickt mir eine E-Mail mit dem Betreff „Passagier 23“ und gewinnt es mit ein wenig Glück!

 

Liebe Grüße

 

Nadine

 

P.S.: Da es für Verlosungen im Internet einige Bestimmungen gibt:

  • Veranstalter der Verlosung bin ich (siehe Impressum).
  • Teilnahmeberechtigt sind alle, die das Buch gerne hören möchten.
  • Die Gewinner werden am 31.08.2017 ermittelt (die Einsendungen werden durchnummeriert und eins meiner Kinder darf eine Zahl in den Raum werfen).
  • Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt und erhält das Buch nach Angabe der Adresse auf dem Postweg zugesendet (auf Wunsch: Selbstabholung). Der Gewinner wird per Vornamen auf dieser Seite bekannt gegeben.
  • Nach vollständigem Ablauf der Verlosung werden alle Daten (E-Mail-Adressen, Adressen etc.) gelöscht. Es erfolgt keine Weitergabe irgendwelcher Daten an Dritte!
  • Änderungen im Falle eines Falles behalte ich mir vor.

 

Falls dir die Rezension gefällt und du die Geschichte gerne selbst lesen/hören möchtest, wirst du hier fündig:

Hörbuch:

Taschenbuch:

 

Die neuen Nachbarn

Kathrin und Florian saßen beim Abendessen.
„Jetzt hört auf, zu kippeln!“, mahnte die Mutter, als plötzlich ein Geräusch ertönte. Es hörte sich so an, wie damals in der früheren Wohnung, wenn in der Wohnung über ihnen die Kinder polterten. Doch sie waren heute umgezogen. Und über ihnen wohnte niemand. Sie schauten sich erstaunt an.
„Vielleicht wohnt jemand auf dem Dach?“, mutmaßte Kathrin.
„Oder die Nachbarn unter uns laufen an der Decke“, lachte Florian. Sie kicherten.
„So ein Unsinn“, widersprach ihre Mutter. „Niemand kann an der Decke laufen.“
Sie brachte die Kinder ins Bett, löschte das Licht und zog die Tür hinter sich zu.
Kathrin und Florian hielten die Luft an und lauschten. Die Schritte der Mutter wurden immer leiser und verklangen schließlich, als sie sich im Wohnzimmer vor den Fernseher setzte. Noch immer erklangen die sonderbaren Geräusche.
„Jetzt!“, zischte Florian und sie stiegen leise aus ihren Betten. Sie öffneten lautlos die Tür und schlichen den Flur entlang. An der geöffneten Wohnzimmertür schmulte Florian vorsichtig in den Raum und winkte Kathrin dann weiter.
Schließlich hatten sie es geschafft und zogen die Wohnungstür hinter sich ins Schloss. Ups, das war jetzt lauter als geplant.

Egal! Auf Zehenspitzen schlichen sie die Treppe hinunter. Nun fiel ihnen auf, dass bereits die Wohnungstür der unter ihnen Wohnenden ganz sonderbar aussah. Schwarz und nicht braun, wie die übrigen Wohnungstüren im Haus und mit vielen sonderbaren, dunkelroten Zeichen versehen.

„Psssst, Kathrin, schau mal!“ Florian zeigte auf den Spalt zwischen Tür und Rahmen. „Die Tür ist nur angelehnt.“ Leise drückte Florian die Tür auf und sie huschten in die Wohnung.

Sie betraten ein Zimmer, dass durchaus als Kinderzimmer hätte durchgehen können, doch sonderbarerweise lagen die Spielzeuge nicht am Fußboden, sondern an der Decke verstreut. Florian und Kathrin blieb staunend der Mund offenstehen. An der Decke hockte kopfüber ein bleicher, schwarzgekleideter Junge in ihrem Alter und spielte mit seinen Kuscheltieren. Fledermäuse – erkannte Florian auf den zweiten Blick.

Der Junge drehte seinen Kopf komplett herum und schaute Kathrin und Florian aus tiefroten Augen an. „Kommt hinauf und spielt mit mir“, bat er und lächelte sie freundlich an. „Wir können mit meiner Murmelbahn spielen.“

Und ehe sie sich versahen, hockten sie auch schon oben neben dem Jungen, der sich als Cedric von Wurzelpurzel vorstellte. Sie spielten mit der Murmelbahn, wobei die Murmeln nicht wie gewohnt von oben nach unten rollten, auch nicht wie anscheinend alles andere entgegengesetzt von unten nach oben, sondern quer durcheinander. Nach oben, nach unten, rund um sie herum und zwischen ihnen durch.

Als um Mitternacht der Vollmond silbern ins Zimmer schien, erhob sich Cedric von Wurzelpurzel von der Decke. „Es ist Zeit für das Mitternachtsessen. Ich muss mich jetzt leider von euch verabschieden.“

Und leise schlichen sich Florian und Kathrin zurück in ihre Betten. Sie kicherten. Das war ihr persönliches Geheimnis. Wenn die Eltern das wussten…

Äpfel mit Knusperhaube und Orakeleintopf

Zwei Kriterien müssen Rezepte erfüllen, wenn sie auf Märchengestöber berühmt werden möchten:

  1. Sie müssen mit einer Geschichte daherkommen
  2. Das entstandene Gericht muss meiner Familie schmecken

Punkt 1 erfüllen theoretisch alle Rezepte: Wer keine Geschichte hat, bekommt eine. Der limitierende Faktor liegt deutlich bei Punkt 2. Nachdem jedes einzelne meiner Kinder von Anfang an ALLES gegessen hat (Knoblauch pur, Gemüse, Fisch etc.) entwickelten alle drei ab dem Kindergartenalter ein „Ich mag das nicht!“, „Dagegen bin ich allergisch!“ oder „Das habe ich doch noch nie gegessen!“. Meine größte Herausforderung beim Kochen ist daher, etwas zu finden, das nicht Spaghetti Bolognese ist oder zu mindestens 80% aus Zucker besteht. Hier lasse ich euch jeden ersten Freitag im Monat an meinen Erkenntnissen teilhaben.

 

Heute Teil I: Äpfel mit Knusperhaube

(4 Portionen)

Die Äpfel mit Knusperhaube sind das allererste Rezept, das ich auf Märchengestöber vorstelle, da diese Leckerei direkt aus meinem Herzen kommt. Sie verbinden mich mit meiner kleinen, großen Schwester Yvo und wann immer wir gemeinsam frühstücken, leuchten bei der Ideenfindung unsere Augen auf und wir rufen: „Äpfel mit Knusperhaube!“ Sie verbinden uns so sehr miteinander, dass das Rezept sogar auf der Collage landete, die Yvo mir anlässlich meines 30jährigen Daseins (nein, so alt bin ich natürlich nicht wirklich!) bastelte. Dabei war das Finden des Rezeptes völlig unspektakulär: Yvo ernährte sich vegetarisch, ich mich vegan. Ich war bei ihr zu Besuch, sie wollte mir eine Freude machen und stöberte in einer Zeitschrift mit vegan-vegetarischen Rezepten. Sie stieß auf das Rezept und wir waren so begeistert, als wir beim Essen saßen, dass wir uns vornahmen, die Äpfel mit Knusperhaube unbedingt eines Tages zu wiederholen. Es verging einige Zeit und es kam wieder ein Tag, an dem wir gemeinsam frühstückten. „Oh, weißt du noch…“, „… Äpfel mit Knusperhaube…“, raunte es in der Küche und Yvo suchte die Zeitschrift mit dem Rezept. Es blieb beim Suchen. Die Zeitschrift ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Wir rekonstruierten das Rezept aus dem Gedächtnis und bei fast jedem Frühstück stehen seitdem bei uns die Äpfel mit Knusperhaube auf dem Tisch.

Viel Spaß beim Nachbacken und dem Versinken in diesem Apfeltraum!

P.S.: Entgegen der obigen Behauptung, in unserer Familie werde gerne zuckerreduziert gegessen, gehört dieses Rezept zu den Ausnahmen. Sorry! Ich bin auch nur ein Mensch. ?

P.P.S.: Vermutlich hatte die Schlange zum Verführen von Eva und Adam im Paradies Äpfel mit Knusperhaube gebacken.

P.P.P.S.: Vielen Dank an den Erfinder und Herausgeber dieses großartigen Rezeptes!

Zutaten:

4 Äpfel

1 TL Kardamom

100 g Haferflocken

100 ml Hafermilch

100 g Zucker

100 g Margarine

 

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C einstellen. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. Ein Backblech einfetten oder mit Backpapier auslegen und die Apfelspalten flächendeckend darauf verteilen und mit dem Kardamom bestreuen. Die restlichen Zutaten in einen kleinen Topf geben und unter Rühren erwärmen, bis alles geschmolzen, aufgelöst und gleichmäßig verteilt ist. Die Haferflockenmasse über den Äpfeln verteilen und alles zusammen für 20 Minuten in den Backofen stellen.

Tipp: Schwester zum Frühstück einladen (in Ermangelung einer Schwester geht auch die beste Freundin) oder es sich mit den fertigen Äpfeln und dem Lieblings(-hör-)buch in der Leseecke gemütlich machen!

 

 

Heute Teil II: Orakeleintopf

(4 Portionen)

Tahira, die Junghexe, war aufgeregt. Heute Nacht sollte ihre Hexenprüfung abgehalten werden, doch je näher sich der Stundenzeiger auf den Abend zubewegte, desto nervöser wurde sie. Sie befürchtete, in der Prüfung alles zu vergessen, was sie in den letzten 777 Jahren gelernt hatte.

„Komm her, mein Kind“, rief die alte Großmutter Salara aus der Küche. Sie rührte in einem großen Kessel, aus dem große, rote Blasen aufstiegen, mit einem großen Holzlöffel. „Ich habe diesen Orakeleintopf für dich gemacht. Nun rühre 99x rechtsherum und dann einmal linksherum, so wirst du sehen, was dir die Zukunft bringt.“

Tahira tat, wie ihr geheißen. … 95 … 96 … 97 … 98 … 99 – nun rührte sie linksherum und so wie sie den Kreis mit dem Holzlöffel vollendet hatte, erschien ihr lachendes Gesicht im Kessel. Da wusste sie, dass sie die Prüfung bestehen werde und konnte seelenruhig mit ihrer Familie den Eintopf verspeisen.

Zutaten:

500 g Hähnchenfilet

1 Zwiebel

1 Zucchini

2 EL Öl

Pfeffer, Salz

200 ml Hühnerbrühe

500 g passierte Tomaten

2 Dosen Mais (425 g)

100 g Kirschtomaten

100 ml Schlagsahne

1 TL Curry

½ TL Paprika edelsüß

 

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen, die Zucchini waschen und beides in kleine Würfel schneiden. Das Hähnchenfleisch waschen und in Streifen schneiden. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Hähnchenstreifen rundherum goldbraun anbraten, die Zwiebeln und Zucchini kurz mitdünsten, dann würzen. Brühe, passierte Tomaten und Mais in die Pfanne geben, umrühren und alles zugedeckt 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Die Tomaten waschen und halbieren und mit der Sahne in die Pfanne geben. Alles zusammen 5 Minuten weitergaren und dann mit Salz, Curry und Paprika abschmecken.

 

Guten Appetit!

Gewinner von „Wurzelflügel“

Wurzelflügel, Roman, Storyteller

Yippieh! Sie stehen fest: Die fünf Gewinner von je einer Ausgabe „Wurzelflügel“.

Gewonnen haben: Katarina, Caroline, Kerstin, Carola und Kerstin. Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet natürlich auch noch per E-Mail benachrichtigt.

Für alle, die nicht gewonnen haben und trotzdem neugierig sind, gibt es hier den Link zu Wurzelflügel.