Ausflugtipps August 2017

Früher war alles besser. Der Sommer zum Beispiel. Das Beste, was man tun kann, ist demnach, die Sachen zu packen und in wärmere Gefilde zu verschwinden.

Da das aber nicht immer möglich ist, kommen hier ein paar Tipps, was sich in Berlin im August trotzdem unternehmen lässt:

Zunächst möchte ich allen Berliner Kindern den Superferienpass (sfp) wärmstens ans Herz legen. Meine Kinder bekommen ihn jedes Jahr seit sie 5 Jahre alt sind. Mit dem sfp können deine Kinder in den Ferien jeden Tag bis 14 Uhr kostenlos in alle Schwimmbäder der Berliner Bäder Betriebe bzw. ganztags in die Freibäder. Weiterhin gibt es viele kulturelle, sportliche und andere Veranstaltungen, zu denen sfp-Besitzer (und teilweise ihre Begleitpersonen) vergünstigten oder freien Eintritt bekommen.

Zeitreise ins Jahr 1517 im FEZ

Ein kleines mittelalterliches Dorf will sich in eine unabhängige Stadt umwandeln. Durch den Zeitreisetunnel gelangen die Kinder 500 Jahre in die Vergangenheit und können für einen Tag – oder die kompletten Sommerferien – das damalige Leben miterleben. Bei Dauerregen wird das Event nach drinnen verlegt.

Wer: Kinder von 5-14 Jahren (mit oder ohne Eltern)

Wann: in den Sommerferien tägl. 10-16 Uhr (Sa/So/Feiertag: 12-17 Uhr)

Kosten: 3,- € (mit Superferienpass 2,- €)

Wo: Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin

Berlin lacht

Internationales Straßentheater-Fest mit vielen Artisten, Clowns, Musik, Feuerkünstlern etc.

Wer: alle

Wann: tägl. bis zum 20.08. 13:00 Uhr – 21:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Washingtonplatz am Hauptbahnhof

1. Lange Nacht der Astronomie

In dieser Nachte bevölkern Teleskope den Gleisdreieckpark und es werden viele Aktionen (Sternbildkunde, Basteln) rund um die Astronomie für Familien angeboten. Aber auch an anderen Tagen bieten die Planetarien ein tolles Programm mit Geschichten unter dem Sternenhimmel und vieles mehr.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 05.08., 17:00 Uhr – 24:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Park am Gleisdreieck

Kinderuniversität: Kleines Baby – vollkommender Mensch?

Die Charité lädt zu ihrer Vorlesungsreihe „Wie lebt mein Körper – schlaue Antworten für schlaue Köpfe“ ein. Wer die Hälfte aller Vorlesungen der Reihe besucht erhält ein Diplom „Spezialist für den Körper“. Die Anmeldung für die einzelnen Vorlesungen erfolgt hier

Wer: Kinder von 8-12 Jahren (mit oder ohne Eltern)

Wann: 11.08., 14:00 Uhr – 15:15 Uhr

Kosten: 2,50 €

Wo: Charitè – Campus Virchow Klinikum (Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin), Mittelallee 10, Hörsaal 6

Vom singenden, springenden Löweneckerchen

Märchenstunde im Ökowerk am Teufelssee. Das Ökowerk lässt sich auch außerhalb der Märchenstunde gut besuchen. Hier gibt es einen Barfußpfad, einen Teich zum Beobachten seiner Bewohner und viel Lehrreiches über unsere Natur.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 27.08., 13:00 Uhr – 14:00 Uhr oder 14:30 Uhr – 15:30 Uhr

Kosten: 2,00 €

Wo: Ökologische Bildungs- und Tagungsstätte, Teufelsseechaussee 22, 14193 Berlin

und wenn man schon mal da ist:

Wasserwerkstatt

Physikalische Experimente rund um das Wasser.

Wer: Kinder, Familien

Wann: 27.08., 13:30 Uhr – 17:30 Uhr

Kosten: Erwachsene 4 € / Kinder 3 € / Familien 10 € / Materialpauschale 2 €

Wo: Ökologische Bildungs- und Tagungsstätte, Teufelsseechaussee 22, 14193 Berlin

Museum der Stille

Für ganz verregnete Tage empfehle ich euch einen Besuch in dem Museum der Stille. Dieses Museum bietet einen Ruhepol in dem immer hektischer werdenden Alltag, angelehnt an das Konzept der Kunst an „ruhigen“ Orten wie zum Beispiel Kirchen.

Wer: alle

Wann: Di – So, 14:00 Uhr – 19:00 Uhr

Kosten: frei

Wo: Linienstraße 154A, 10115 Berlin

Die Kaugummiblase

Es war einmal ein kleines Mädchen. Das kaute jeden Tag von früh bis spät Kaugummi und pustete dabei immer wieder Kaugummiblasen, die mit einem lauten „Plopp“ zerplatzten, daher wurde sie von allen nur „Ploppi“ genannt.

Ploppis Traum war es, die größte Kaugummiblase auf der ganzen Welt zu erschaffen, und so übte sie tagein, tagaus. Sie testete, welche Kaugummis sich am besten aufblasen ließen, die Blasen welcher Kaugummis sich am längsten hielten und welche Kaugummiblasen am schönsten anzusehen waren. Sie testete Pfefferminzkaugummis, Kaugummis mit Fruchtgeschmack, Kaugummis mit Cola-Geschmack, Streifenkaugummis, Kaugummikugeln, Kaugummi-Lutscher und Kaugummi-Dragees. Schließlich entschied sie sich für einen zartrosa glänzenden Kaugummi mit Erdbeergeschmack, der die höchste Festigkeit von allen aufwies.

Nach wochenlanger Vorbereitung sollte heute der große Tag sein. Ploppi hatte in der Nacht vor Aufregung kaum geschlafen, trotzdem sprang sie frühmorgens aus dem Bett und verschwand nach dem Frühstück gleich auf den Spielplatz, wo sie alle ihre Freunde und alle Kinder aus dem Viertel für heute herbestellt hatte. Es waren sogar die großen Jungen mit ihren Smartphones gekommen.

Ploppi stellte sich auf die Holzbrücke, wo alle sie sehen konnten, und griff in ihr Handtäschchen. Sie hatte ihr Taschengeld von drei Wochen komplett in Kaugummis investiert und ihr Täschchen war bis zum Rand mit ihnen gefüllt. Nun nahm sie sich einen, wickelte ihn aus dem Papier und steckte ihn in den Mund. Sie kaute ihn weich und probierte zwei kleine Kaugummiblasen, die mit einem lauten „Plopp“ zersprangen. Ehrfurchtsvoll schauten die auf dem Spielplatz versammelten Kinder zu ihr hoch und wurden ungeduldig. Ein paar kleinere Kinder kletterten die Holzbrücke hoch und setzten sich zu ihren Füßen, um besser sehen zu können.

Ploppi griff erneut in ihr Handtäschchen, holte den nächsten Kaugummi heraus, wickelte ihn aus und ließ ihn in ihrem Mund verschwinden. So fuhr sie fort, bis ihre Backen aussahen wie aufgepustet, doch noch immer steckte sie weiterhin einen Kaugummi nach dem anderen in den Mund, bis sich in ihrem Täschchen nur noch die leeren Kaugummipapiere befanden.

„Aaaaachtng!“, rief sie mit vollem Mund. „Ef geht lof!“ Sie kaute noch einmal gründlich den gesamten Klumpen durch, streckte ihre Zunge heraus und blies. Und blies. Und blies. Immer größer und größer wurde die Kaugummiblase und immer größer und größer wurden die Augen der umstehenden Kinder und die großen Jungen machten mit ihren Smartphones ein Foto nach dem anderen oder filmten Ploppis Rekordversuch. Der Erdbeergeruch des Kaugummis erfüllte den gesamten Spielplatz. Und noch immer blies Ploppi und noch immer wurde die Kaugummiblase immer größer – und plötzlich geschah es: Während Ploppi in den Kaugummi blies und die Kaugummiblase immer größer wurde, erhob sich Ploppi langsam, ganz langsam in die Luft. Eines der umstehenden Kinder reagierte schnell und hängte sich an Ploppis Füße, doch nun schwebten sie zusammen nach oben. Ploppi blies immer weiter. Sie stiegen immer höher. Immer mehr Kinder hängten sich an die Füße des jeweils vorigen Kindes, doch so sehr sie versuchten, Ploppi wieder hinab zu ziehen, es gelang ihnen nicht. Ploppi stieg indes immer höher. Sie war schon an den Baumwipfeln vorbeigeschwebt, an den Hausdächern, an den Vögeln, die gerade Richtung Süden flogen, hatte nun auch die Wolken hinter sich gelassen und schwebte geradewegs auf das Weltall zu. Ihr Kopf durchstieß die Erdatmosphäre. Sie befand sich im Weltall und sie sah um sich herum die Sterne funkeln und glitzern. Langsam fühlte sie, während sie immer noch in den Kaugummi blies, dass der Kaugummi nun langsam zum Ende kam. Sie hörte auf zu pusten und schlagartig hörte die Kaugummiblase auf zu steigen. Als Ploppi hinunterschaute, war der Spielplatz so klein, dass sie ihn gar nicht mehr sehen konnte. Stattdessen sah sie die Kette aus Kindern, die an ihr hing und so lang war, dass sie ihr Ende nicht sehen konnte. Tatsächlich reichte die Kette genau bis auf den Spielplatz. In dem Moment, als sich das letzte Kind an die Kette gehängt hatte, hatte die Kaugummiblase aufgehört, zu steigen.

Ratlos schaute Ploppi sich um. Wie sollte sie wieder hinunter zur Erde gelangen? Die Sterne sausten um sie herum und versuchten, sie zum Spielen zu überreden. Aus ihren Schweifen sprühte dabei funkelnder Sternenstaub, der alle Kinder zum Glitzern brachte. Ploppi griff nach der Kaugummiblase, sodass sie die Kaugummiblase wie einen riesigen Ballon in der Hand hielt und den Mund zum Sprechen wieder frei hatte. „Was machen wir nun?“, fragte sie ratlos.

„Wir brauchen eine Nadel, damit wir ein Loch in die Kaugummiblase stechen können“, schlug ein Kind vor.

„Nein, dann zerplatzt die Blase und wir fallen alle auf die Erde“, rief ein anderes.

„Ich kenne einen Trick“, sagte Ploppi. „Ich brauche dafür einen Streifen Klebeband und eine Nadel.“

Und einer zum nächsten – wie bei der stillen Post – gab weiter, dass Ploppi einen Streifen Klebeband und eine Nadel brauchte. Und als die Stille Post auf dem Spielplatz ankam, hatten sich schon die besorgten Mütter und Väter der Kinder eingefunden. Ploppis Mutter hatte tatsächlich eine Nadel und einen Streifen Klebeband dabei, die sie eilig den Kindern gab, damit sie beides nach oben weiterreichen konnten. Und Ploppi klebte das Klebeband auf den Kaugummi-Ballon und stach dann mit der Nadel hindurch. Wie sie es von normalen Luftballons kannte, entschwand die Luft so langsam aus dem Kaugummi, dass sie ganz sanft dem Boden entgegenschwebten und sicher landeten.

 

„Schade, dass niemand ein Foto von meiner Kaugummiblase gemacht hat, als sie am allergrößten war“, sagte Ploppi abends. Sie hatte sich bei ihrer Mutter, die auf der Couch saß, angekuschelt.

„Pssst“, sagte ihre Mutter und legte den Zeigefinger auf die Lippen. „Die Nachrichten fangen jetzt an.“

Die Nachrichtenmelodie ertönte und verstummte wieder.

„Guten Abend, meine Damen und Herren“, begann der Nachrichtensprecher. „Im Weltall wurde heute die allergrößte Kaugummiblase gesichtet. Mit unseren Satelliten konnten wir folgendes Foto aufnehmen.“

Im Fernsehen erschien ein Foto von Ploppis zartrosa glänzender Kaugummiblase, als sie am allergrößten war. Auch Ploppi und die Kinderkette waren ganz deutlich zu sehen. Ploppi strahlte über das ganze Gesicht. Plötzlich hörte sie ein Zischen aus ihrer Hosentasche und als sie hineingriff, hielt sie einen funkelnden, Glitzerstaub versprühenden Stern in der Hand. Er musste sich im Weltall in ihre Hosentasche verirrt haben und lächelte sie jetzt an. Und da war sich Ploppi sicher, dass sie diesen Tag niemals vergessen würde.

Meine Geburtstagsgeschichte für Ronja

Liebe Ronja,

 

seit elf Jahren nun bereicherst du mein Leben, zunächst als winzig kleine Maus, dann als Kleinkind und mittlerweile als junge Dame. So viele Dinge haben wir bereits gemeinsam erlebt und so viele Dinge werden in den nächsten Jahren noch hinzukommen.

Ich weiß, wie gerne du die von mir geschriebenen Geschichten magst, daher ist hier deine ganz persönliche Geburtstagsgeschichte:

 

Die Geburtstagsüberraschung

 

Fröhlich erwachte Eichhörnchen Ronja in ihrem Nest. Sie reckte und streckte sich und blinzelte, als der helle Sonnenschein durch das dichte Blätterdach blitzte. Gut gelaunt kletterte sie aus dem Nest und kletterte in Windeseile den Baum hinunter. Sie konnte es kaum erwarten, ihre Freunde zu treffen, denn sie hatte heute Geburtstag und war gespannt, welche Überraschungen sich ihre Freunde ausgedacht hatten.

Sie putzte sich ausgiebig das Fell und holte sich ein paar Frühstücks-Haselnüsse aus ihrer Vorratskammer. Während sie genüsslich frühstückte, lief Familie Maus an ihr vorbei. Sie waren ins Gespräch vertieft und zogen ein großes Kastanienblatt hinter sich her, auf dem Walnüsse zu einer Pyramide gestapelt waren.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

Vater Maus, Mutter Maus und die drei Kinder Maus schauten kurz auf. „Guten Morgen, Ronja“, grüßte Vater Maus abwesend. „Wir haben leider keine Zeit, wir müssen schnell weiter.“ Und schon zogen die Mäuse mit ihrer Pyramide weiter.

„Sie haben es vergessen“, dachte Ronja traurig. Davon würde sie sich aber nicht den Tag verderben lassen. Sie hatte schließlich noch mehr Freunde. Sie machte sich auf den Weg zum Flussufer, um sich in dem herrlichen Nass ein wenig abzukühlen. Unterwegs traf sie Familie Wildschwein, die eilig mit Haselnüssen im Maul an ihr vorbei galoppierten.

„Guten wunderschönen Morgen!“, rief Ronja ihnen beschwingt zu.

„Guten Morgen, Ronja“, riefen sie ihr im Vorbeirennen zu. „Wir haben heute leider keine Zeit zu plaudern.“

„Auch sie haben es vergessen.“ Betrübt schlenderte Ronja weiter zum Flussufer. Dort angekommen flogen gerade die Spatzen mit Sonnenblumenkernen im Schnabel los und riefen ihr zu: „Wir werden dringend erwartet. Bis bald, Ronja!“

Enttäuscht ließ sich Ronja am Flussufer nieder. Die Freude an diesem Tag war ihr vergangen und sie fragte sich, ob es überhaupt jemanden gab, der heute an sie dachte. Es begegneten ihr im Laufe des Tages noch Herr Igel und Frau Reh, die Zwergenfamilie, Herr Fuchs, eine Raupe, zwei Kobolde, Familie Bär, ein Bienenschwarm, Familie Hase, eine kleine Elfe und ein einsamer Wolf, doch alle hatten es eilig und mussten schnell weiter, sobald sie Ronja erblickten.

Als die Sonne unterging, schlich Ronja sich bedrückt zu ihrem Baum zurück. Niemand hatte ihr gratuliert. Niemand hatte an sie gedacht. Sie bog gerade um die letzte Waldbiegung und – stand vor dem größten Geburtstagskuchen der Welt. Alle Bewohner des Waldes standen mit Sternchen sprühenden Wunderkerzen um den rieseigen Kuchen drumherum und sangen ihr ein Geburtstagsständchen. Als sie geendet hatten, ließen sie Ronja hochleben und trugen sie elf Runden um den Geburtstagskuchen.

„Liebe Ronja“, sprach die kleine Elfe mit glockenhellem Stimmchen. Sie schwebte in ihrem funkelndblauen Festtagskleidchen vor dem Geburtstagskuchen. „Wir gratulieren dir von ganzem Herzen zu deinem heutigen Geburtstag! Dies ist der größte, nussigste Geburtstagskuchen, den die Welt je gesehen hat.“ Sie wirbelte einmal ihren leuchtenden Sternenstab im Kreis und unter Ronjas Baum war die schönste Party vorbereitet. Laternen und Girlanden schmückten den Wald, Krüge mit Waldmeister- und Himbeersirup standen auf den plötzlich erschienenen Tischen und Tanzmusik schallte durch den Wald.

Begeistert ließ sich Ronja von der Party mitreißen. Sie feierten die ganze Nacht hindurch und drei weitere Tage und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.

Buchvorstellung: Wurzelflügel – oder: die doppelte Premiere

Jeden dritten Freitag im Monat – also: heute – stelle ich hier ein Buch vor und verlose es im Anschluss. Da ich noch nie zuvor eine Buchvorstellung geschrieben habe (zu Schulzeiten ausgenommen, aber daran kann ich mich kaum erinnern), ist diese hier meine hochoffizielle Premiere.

Die erste Buchvorstellung sollte etwas Besonderes sein, habe ich mir gedacht und lange gerätselt, welches Buch es verdient, als erstes hier vorgestellt zu werden. Nach langem Überlegen – trau ich mich, trau ich mich nicht? – habe ich mich für ein Buch entschieden, das mir sehr am Herzen liegt, auch wenn es noch nicht veröffentlicht ist: Mein erster Roman! Ich freue mich sehr, dieses Buch nach langer Zeit der Ideenfindung, des Schreibens und des Korrekturlesenlassens präsentieren und auch verlosen zu dürfen:

 

Wurzelflügel

Wurzelflügel, Roman, Storyteller

Wie bereits erwähnt, ist dieser zauberhafte Frauenroman mein – Nadine Teubers – Debut, das dadurch zustande kam, dass ich mich nach hundert angefangenen Romanen aller nur denkbaren Genres dazu gezwungen habe, wenigstens einem ein Ende zu schenken, nachdem ich im Internet über die Möglichkeit des Self-Publishing gestolpert bin. Der geplante Veröffentlichungstermin ist der 31. Juli 2017.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Liebes- und sonstige Leben der im heutigen Berlin lebenden Schwestern Stefanie und Julia. Beide stehen mit beiden Beinen fest im Leben, ansonsten könnten sie aber nicht unterschiedlicher sein: Während die eine voll und ganz in ihrer Arbeit aufgeht und nebenbei das Leben als Single in vollen Zügen genießt, findet die andere ihre Erfüllung im Mutter-Dasein und erwartet derzeit ihr zweites Kind. Über die familiären Bande hinaus vereint sie die Liebe zu Daniel, dem vierjährigen Sohn Julias. Doch eines Tages mischt das Schicksal die Karten neu und beide Schwestern finden ihr Leben auf den Kopf gestellt vor. Was das mit ihnen und Daniel macht und dass letzten Endes jeder seines eigenen Glückes Schmied ist, erzählt dieses Buch.

Leseprobe:

Kapitel 1

Die ersten Sonnenstrahlen des Tages fielen leise durch die halb zugezogenen Vorhänge des Schlafzimmerfensters auf Stefanies Queensize-Bett und kitzelten sie sanft an der Nase. Verschlafen öffnete Stefanie ein Auge und strich sich die langen, dunkelblonden Haare aus dem Gesicht. Dann tastete sie nach dem Smartphone, das neben ihrem Kopfkissen lag, und warf einen Blick auf die Uhr. 5.42 Uhr an ihrem einzigen freien Tag dieser Woche. Sie versteckte das Smartphone unter dem Kopfkissen, drehte sich vom Rücken auf den Bauch und verschwand innerhalb von Sekunden wieder in den Tiefen ihres Unterbewusstseins.

Als Stefanie das nächste Mal die Augen aufschlug, lachte die Sonne breit von einem wolkenlosen Himmel. Leises Bachgeplätscher tönte aus dem Radio und mischte sich mit dem Vogelgezwitscher, das durch das geöffnete Fenster drang.

Mit einem Strahlen im Gesicht reckte sich Stefanie ausgiebig, bis sie sich schließlich im Bett aufsetzte, die Beine aus dem Bett schwang, die Füße auf dem weichen Velours-Teppich aufsetzte und herzhaft gähnte. Sie schaltete das Radio aus, wählte über das Smartphone einen Musikkanal, der Gute-Laune-Sommer-Lieder spielte, und tanzte verfolgt von Shakiras „Hips Don’t Lie“, das nun in allen Zimmern aus Bluetooth-Lautsprechern schallte, nackt ins Badezimmer. Alle Zimmer – das klang nach einem langen Korridor mit unendlich vielen links und rechts abgehenden Türen, Geheimgängen und Verstecken (und tatsächlich träumte Stefanie manchmal davon, in so einer Burg zu leben), aber tatsächlich wohnte Stefanie in einer süßen, betont weiblich eingerichteten Zwei-Zimmer-Wohnung. Betrat man die Wohnung, so fand man sich in einem Flur wieder, der gegenüber der Wohnungstür in die Wohnküche führte. Weiterhin gingen von dem Flur das Badezimmer und Schlafzimmer auf der linken Seite ab, während die rechte Seite von einem in die Wand eingebauten Vorratsschrank eingenommen wurde.

Der Wohnbereich wurde von einer Sofalandschaft in der Farbe eines gut durchgerührten Latte Macchiatos dominiert. Gemeinsam mit vielen Kissen in unterschiedlichen Braun- und Cremetönen und einer altrosa Kuscheldecke bildete es Stefanies Lese- und Träumecke, wie sie es nannte. Die vanillegelb gestrichene Wand wurde durch dunkelbraun berahmte Fotos von Freunden und Familie vervollständigt. Auf einem cremefarbenen Wohnzimmertisch stapelten sich Stefanies ungelesene Bücher, an der Wand stand ein kleines Sideboard mit zwei Weißlilien und neben Stefanies Lieblingskuschelplatz auf der Sofalandschaft eine Birkenfeige. Nichts lag herum und störte das Gesamtbild.

Genauso sah es in dem Küchenbereich aus. Märchenhafte Küchenschränke – weiß lackiertes Holz mit verschnörkelten, schwarzen Griffen – mit tadellos sauberen Arbeitsflächen, zwei in die Arbeitsfläche eingebaute Herdplatten und einen verschnörkelten Esstisch aus weißem Holz mit zwei dazu passenden Stühlen. Die bodenlangen, mit pastellfarbenem Organza dekorierten Fenster ließen die Wohnküche hell und freundlich wirken.

Stefanie drehte den Wasserstrahl der Dusche auf, hielt einen Fuß darunter und quiekte laut auf, als das kalte Wasser ihren Fuß erwischte.

Langsam erreichte das Wasser die gewünschte Temperatur. Stefanie duschte schnell und kuschelte sich anschließend in ihren extraweichen, rosa Bademantel. Die Wanduhr in der Wohnküche verriet ihr, dass sie sich in einer halben Stunde auf den Weg zur Early-Bird-Yogastunde und dem anschließenden Frühstück mit ihrer Schwester machen musste, als die Musik durch einen Anruf unterbrochen wurde – Julia. Wie so oft klang ihre Schwester gestresst und Stefanie hatte einige Mühe, herauszuhören, dass Julia sich verspäten würde. „Er hatte einfach keine Lust, sich anzuziehen, hat sein Müsli auf dem Fußboden verteilt und wir sind JETZT erst auf dem Weg zur Kita. Jetzt ist natürlich wieder Stau und wir sind viel zu spät dran“, schoss es hektisch aus dem Telefon. „Fahr doch, du Idiot, lass nicht noch alle von der Seite rein!“

Stefanie verdrehte die Augen. „Tief ein- und ausatmen und keinen Unfall bauen. Es dauert so lange, wie es dauert und du bist da, wenn du da bist.“

Eine Dreiviertelstunde später – zwei Minuten nach Beginn der Yogastunde – wurde die Tür zur Yogaschule hektisch aufgerissen und Julia stürzte außer Atem herein. Sie blieb irritiert vor Stefanie und der Yogalehrerin stehen, die tiefenentspannt in der Sitzecke Grüntee tranken.

 

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich unglaublich viel Freude beim Schreiben dieses Buches hatte und mich regelrecht in die Geschichte habe ziehen lassen.

Wenn du nun Lust bekommen hast, ebenfalls in die Geschichte der Schwestern zu versinken, dann verfolge meinen Blog oder meine Facebook-Seite, um zu erfahren, wann und wo mein Buch erhältlich sein wird. Alternativ darfst du mir bis zum 31.07. eine E-Mail schreiben und erhältst so die Möglichkeit, eines von fünf gedruckten Exemplaren zu gewinnen.

Ich freue mich auf zahlreiche Einsendungen! Bleibt neugierig!

 

P.S.: Da es für Verlosungen im Internet einige Bestimmungen gibt:

  • Veranstalter der Verlosung bin ich (siehe Impressum).
  • Teilnahmeberechtigt sind alle, die neugierig auf das Buch sind.
  • Die Gewinner werden am 01.08.2017 ermittelt (die Einsendungen werden durchnummeriert und meine Kinder dürfen so lange Zahlen in den Raum werfen, bis fünf Gewinner ermittelt sind).
  • Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und erhalten die Bücher nach Angabe ihrer Adresse auf dem Postweg zugesendet (auf Wunsch: Selbstabholung). Sie werden per Vornamen auf dieser Seite bekannt gegeben.
  • Nach vollständigem Ablauf der Verlosung werden alle Daten (E-Mail-Adressen, Adressen etc.) gelöscht. Es erfolgt keine Weitergabe irgendwelcher Daten an Dritte!
  • Änderungen im Falle eines Falles behalte ich mir vor.

Robin und der Pudding

Robin und der PuddingDie Sonne strahlte vom Himmel, als Robin heute von der Schule nach Hause kam. Das Essen war gerade fertig und bereits, als er das Haus betrat, roch er, dass es zum Nachtisch Vanille-Pudding geben werde.

Nach dem Mittagessen holte seine Mutter die große Schüssel Vanille-Pudding und drei Schüsseln auf den Tisch: Eine für sich selbst, eine für Robin und eine für seine Schwester Ronja, die heute nach der Schule mit einer Freundin verabredet war. Sie befüllte die Schüsseln gleichmäßig und stellte die für Ronja sorgfältig verschlossen in den Kühlschrank.

Als sie den Pudding gegessen hatten, ging die Mutter hinaus, um in dem Garten zu arbeiten, und Robin in sein Zimmer, um Hausaufgaben zu machen. Er setzte sich an den Schreibtisch und schlug das Mathe-Buch auf, aber seine Gedanken wanderten immer wieder zu der Puddingschüssel im Kühlschrank. Ronjas Puddingschüssel!, ermahnte er sich selbst und schrieb ordentlich das Datum in sein Heft. Doch er konnte sich nicht konzentrieren, weil er immer wieder an die Puddingschüssel im Kühlschrank denken musste. Es wird niemandem auffallen, wenn ich ein ganz kleines bisschen probiere, dachte Robin bei sich und schlich in die Küche. Durch das Fenster sah er seine Mutter zwischen den Blumen Unkraut zupfen, als er leise den Kühlschrank öffnete und sich schnell einen kleinen Löffel voll Pudding in den Mund schob. Ganz leise verschloss er Pudding und Kühlschrank wieder und schlich zurück in sein Zimmer.

Robin hatte die erste Aufgabe in seinem Heft gerechnet, als er wieder an den Pudding im Kühlschrank denken musste. Sosehr er auch versuchte, seine Gedanken auf die Hausaufgaben zu richten, konnte er doch den Pudding nicht aus seinem Kopf bekommen. Es ist noch so viel Pudding in der Schüssel. Niemand wird es merken, wenn ich mir noch ein kleines bisschen nehme, beschloss Robin und schlich sich wieder in die Küche. Die Mutter war noch immer im Garten beschäftigt. Schnell schob sich Robin einen Löffel voll Pudding in den Mund und noch einen hinterher, weil er so unglaublich gut schmeckte. Dann setzte er sich wieder an seine Hausaufgaben.

Noch dreimal wiederholte Robin den Gang in die Küche. Als er mit seinen Hausaufgaben fertig war und sich zum allerletzten Mal in die Küche schlich, stellte er fest, dass in der Schüssel kaum noch Pudding vorhanden war. Dann kann ich ihn auch gleich aufessen!, dachte Robin bei sich und verschlang den letzten Rest. Und als die Schüssel jetzt so leer dastand, fiel ihm auf, was er getan hatte. Er hatte den kompletten Pudding seiner Schwester aufgegessen. Ronja würde fürchterlich böse werden, wenn sie heimkam und der Pudding leer war, und auch die Mutter würde fürchterlich mit ihm schimpfen. Was sollte er jetzt tun? Alle wären auf ihn sauer und keiner hätte ihn mehr lieb.

Robin lief hinaus in den Garten, an der Mutter vorbei, zielstrebig auf eine Hecke zu, hinter der er ein Loch im Zaun wusste. Er kroch hinter die Hecke, zwängte sich durch das Loch und lief fort. Immer weiter und weiter den staubigen Weg entlang. Er achtete nicht auf seine Umgebung und lief immer weiter. Außer Atem blieb er irgendwann stehen und schaute sich um. Er stand auf einer kleinen Waldlichtung. Sanft funkelte das Sonnenlicht durch die Blätter, die sich leicht im Wind bewegten. Als Robin sich die Bäume genauer betrachtete, war es ihm, als versteckten sich Gesichter in den knorrigen Stämmen. Auch die Pflanzen sahen eigentümlich aus, wie man sie sich sonst nur im Märchen vorstellte – als ob der Wald lebte.

„Erschrick nicht, mein Junge“, hörte Robin eine Stimme hinter sich. Er drehte sich um und stand vor einer alten Frau, die eine Mischung aus lieber Oma und Kräuterhexe zu sein schien. Ihr graues Haar war zu einem perfekten Dutt zusammengebunden, ihre Hände waren beinahe so knorrig wie die Baumstämme und ihr Rücken buckelte sich, so dass sie beinahe einen halben Kopf kleiner war als Robin. An ihrem Arm baumelte ein Korb, der mit Pilzen und Kräutern gefüllt war.

„Guten Tag!“, sagte Robin. „Wer sind Sie? Und wo bin ich hier?“

„Ich bin Pistazia und dies ist der Wald, in dem ich wohne“, antwortete die alte Frau. Ihre Stimme war sanft und lud Robin ein, Vertrauen zu haben. „Du siehst aufgebracht aus. Möchtest du mir erzählen, was passiert ist? Vielleicht kann ich dir helfen.“ Sie setzte sich auf den größeren von zwei nebeneinanderstehenden Baumstümpfen, die Robin vorher nicht bemerkt hatte, und klopfte auf den kleineren, um Robin zum Sitzen einzuladen. Er setzte sich und erzählte der alten Frau, was vorgefallen war.

„Du liebst also Pudding und könntest dir vorstellen, jeden Tag, tagein, tagaus nur Pudding zu essen“, stellte Pistazia fest, nachdem Robin seine Geschichte beendet hatte.

Robin nickte. „Ich kann nichts dagegen tun. Es ist, als zwinge der Pudding mich, ihn zu essen.“

„Du darfst mit mir kommen, bei mir wohnen und dich jeden Tag mit den köstlichsten Puddings bekochen lassen, wenn du das möchtest. Ich habe mir schon lange jemanden gewünscht, den ich umsorgen darf, doch bin ich nur eine alte Frau und habe niemanden mehr auf der Welt. Wenn du einverstanden bist, bringe ich dich zu mir nach Hause.“

Robins Augen leuchteten. Dies war sein allergrößter Traum und nun war er endlich wahrgeworden. Er erklärte sich einverstanden und gemeinsam gingen sie tiefer in den Wald hinein, bis sie vor einem kleinen Häuschen standen, das aussah wie ein überdimensionierter, unglaublich leckerer Cupcake mit Fenstern und einer Tür. Pistazia öffnete die Tür und bat ihn herein. Auch im Inneren erinnerte alles an Törtchen, Zuckerguss und Marzipan und es lag ein verführerischer Geruch von heißer Schokolade in der Luft, sodass Robin sogleich das Wasser im Mund zusammenlief.

„Geh dir die Hände waschen und setze dich an den Tisch“, forderte Pistazia ihn auf. „Es ist nun Zeit für das Abendessen.“ Und während er tat, was sie ihm aufgetragen hatte, deckte sie den Tisch und stellte eine große Schüssel Karamell-Pudding und dazu eine Tasse mit dampfendem Kakao auf Robins Platz.

„Ist das alles für mich?“, fragte Robin ungläubig, als er die große Schüssel auf seinem Platz sah.

Pistazia lächelte. „Natürlich. Es ist alles für dich. Ich weiß ja, wie sehr du Pudding liebst.“ Sie selbst nahm sich ein Vollkornbrötchen, das sie mit Butter, Tomaten und den Kräutern, die sie im Wald gepflückt hatte, belegte und ließ es sich schmecken.

So blieb Robin zunächst ein paar Tage bei Pistazia, wurde verwöhnt mit Puddings, Kuchen, Törtchen, süßem Brei und heißer Schokolade. Aus ein paar Tagen wurden ein paar Wochen und schließlich ein paar Monate. Robin war nun schon ein halbes Jahr bei Pistazia und noch immer bestand jede Mahlzeit hauptsächlich aus Pudding. Neidisch betrachtete Robin ihre Mahlzeiten, die aus Kartoffeln, Gemüse, Reis, Nudeln und Braten bestanden, aber er traute sich nicht, danach zu fragen, da er ja gesagt hatte, er wolle für den Rest seines Lebens nur noch Pudding essen.

So kam es, dass er eines Tages den Vanille-Pudding, den er früher so sehr geliebt hatte, nach vier Löffeln von sich schob. „Ich bin schon satt“, sagte er. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, noch einen weiteren Löffel Pudding zu essen.

„Aber ich habe den ganzen Pudding für dich gemacht. Es wäre schade, ihn wegzuwerfen. Bitte iss ihn auf.“ Und Pistazias Stimme machte deutlich, dass sie keinen Widerspruch duldete. Gequält nahm Robin den Löffel und zwang sich, den restlichen Pudding zu essen. Als die Schüssel leer war, hatte Robin Bauchschmerzen.

„Bitte, Pistazia, darf ich heute mit dir gemeinsam von den köstlichen Kartoffeln essen statt des Puddings?“, fragte Robin am nächsten Morgen, bevor Pistazia gekocht hatte. Ihm wurde schon schlecht, wenn er nur an Pudding dachte. Ganz entfernt erinnerte er sich daran, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der er alles für eine Schüssel Pudding gegeben hätte.

Pistazia bekam schlechte Laune. „Nein. Du hast gesagt, dass du Pudding so sehr liebst, dass du den Rest deines Lebens nur noch Pudding essen möchtest. Ich koche für dich Pudding.“

Und so kochte sie auch weiterhin tagein, tagaus zu jeder Mahlzeit die köstlichsten Puddings für Robin, während Robin sich immer sehnlicher zu seiner Familie zurückwünschte. Und eines Tages, als Pistazia in den Wald gegangen war, lief er aus dem Haus. Er lief immer weiter und immer schneller den Weg zurück, den er vor so langer Zeit hergekommen war. Er lief vorbei an der Lichtung, an der er Pistazia getroffen hatte, den langen, staubigen Waldweg entlang und immer weiter, bis er wieder vor dem Zaun mit dem Loch stand. Er zwängte sich hindurch, kroch an der Hecke vorbei und stand vor seiner Mutter, die noch immer im Garten arbeitete. Er warf sich ihr in die Arme und schluchzte.

„Nanu, Robin, was ist los? Wo kommst du her?“, fragte seine Mutter verwundert und da beichtete er, dass er Ronjas Pudding gegessen hatte und nicht wollte, dass sie auf ihn böse waren.

„Es ist gut, dass du es erzählt hast“, sagte seine Mutter „aber du musst dich trotzdem auch bei Ronja entschuldigen, wenn sie nach Hause kommt.“

Und da stellte Robin überglücklich fest, dass es immer noch der gleiche Tag war, an dem er den Pudding seiner Schwester gegessen hatte und er nicht ein halbes Jahr fortgewesen war. Aber trotzdem hat er seit diesem Tag nie wieder einen Pudding angerührt.

Bücher-Genre

Bücher, Bücher, Bücher

Zwei großen Themen, die mir besonders am Herzen liegen, ist meine Seite gewidmet: Geschichten und Familienalltag. Die heutige Frage zielt auf das Thema Geschichten ab, damit nicht nur ich mich auf dieser zauberhaften Seite wohlfühle, sondern jeder einzelne, der hier landet, seine Herzenswünsche erfüllt bekommt.

Die heutige Frage lautet:

Welches Bücher-Genre bevorzugt ihr?

Vorschläge:

  • Liebesromane
  • Fantasy
  • Kochbücher
  • Thriller

Schreib mir, als Kommentar auf facebook, in die Kommentare unter diesem Artikel oder per E-Mail.

Ich freue mich auf viele Nachrichten!

Nadine

Wie ich zu Hause für Ruhe sorge

Seit ich meinen Arm gebrochen habe, ist es bei uns zu Hause unglaublich zivilisiert und ruhig. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, liege ich mit meinem eisgekühlten Arm auf der Couch im Wohnzimmer. Unter meinen Argusaugen haben sie ihre Hausaufgaben anzufertigen und dürfen sich erst anderweitig beschäftigen, wenn die Hausaufgaben gezeigt und für gut befunden wurden. Anschließend wird Kaffee getrunken, (vor-)gelesen (derzeit verfolgen wir die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer) und gespielt. Die Kinder werden nacheinander geduscht, wir essen zu Abend, dann folgt Zähneputzen, Gute-Nacht-Geschichte, Bett – völlig unspektakulär.

Der reguläre Alltag sieht jedoch anders aus: Nach einer halben Stunde Stau, lande ich kurz vor Schließzeit bei dem Hort. In Windeseile suche ich die Kinder („Ich will noch gar nicht nach Hause!“) und das dazugehörige Equipment zusammen, scheuche alle ins Auto, zum Einkaufen, nach Hause. Neben dem Kochen kontrolliere ich die Hausaufgaben („Oh, die habe ich noch gar nicht gemacht.“). Beim Essen kommen wir ein wenig zur Ruhe, dann folgt Zähneputzen, Gute-Nacht-Geschichte, Bett. Unnötig, zu erwähnen, dass dieses Programm gelegentlich ergänzt wird von Violinen- oder Klavierunterricht, Krav Maga und Fechten.

Traumreisen

Es kommt gar nicht so selten vor, dass es im regulären Alltag laut und chaotisch zugeht. Es kommt gar nicht so selten vor, dass es mir zu laut und chaotisch zugeht, und ich verzweifelt nach dem Stummschalter meiner Kinder suche. Ein ganz tolles Werkzeug, das ich im Laufe der letzten Jahre dafür kennengelernt habe, ist die Entspannungsreise oder Traumreise. Bei der Traumreise werden ruhige, sanfte Bilder aus der Natur in das Kopfkino der Traumreisenden eingebracht. Dazu legen sich alle Kinder auf den Rücken, schließen die Augen und legen die Hände locker neben dem Körper ab. Wahlweise kann zusätzlich eine Duftkerze entzündet oder eine Audiodatei mit leisen Naturgeräuschen abgespielt werden. Die Kinder atmen tief ein und aus und ich beginne mit langsamer, leiser, monotoner Stimme zu erzählen:

Die Pusteblume

Stell dir vor, du liegst auf deiner Wiese. Du spürst unter dir den weichen Erdboden und jeden einzelnen Grashalm, der deine Finger sanft im Wind kitzelt. Du hörst das Gras ganz leise im Wind rascheln. Zwischen all den Grashalmen steht eine Pusteblume. Der lange Stängel schwankt leicht, die silbernen Schirmchen warten darauf, vom Wind fortgetragen zu werden.

Eine Hummel brummt träge vorbei. Sie lässt sich auf einer nahe gelegenen Blume nieder.

Die Vögel, die in den Bäumen sitzen, zwitschern ein fröhliches Lied. Eine Amsel landet neben der Pusteblume. Sie scharrt mit den Krallen im Boden, erblickt einen kleinen Zweig und fliegt mit ihm im Schnabel davon.

Die Pusteblume steht stumm auf der Wiese. Vielleicht hört sie zu, was der Wind ihr leise zuflüstert. Vielleicht träumt sie von den Orten, wo der Wind ihre Schirmchen hintragen wird. Ganz leise und ruhig schaukelt sie sanft im Wind. Sie hat alle Ruhe der Welt. Vielleicht spürst du die Ruhe der Pusteblume.

Ein Windstoß löst zwei, drei Schirmchen aus der silbernen Kugel und trägt sie höher und höher. Sie gleiten über die Wiese immer weiter fort. Noch ein Windstoß – viele, viele Schirmchen segeln über die Wiese. Ein dritter Windstoß und alle Schirmchen fliegen von der Pusteblume gelöst in die Weite der Welt. Sie treiben auseinander. Ein Schirmchen bleibt ein wenig zurück und schaukelt über den Gräsern und Blumen. Es fühlt seine Leichtigkeit im Wind und die Schwere der Welt, die es ein wenig hinabzieht. Vielleicht fühlst du die Schwere im fliegenden Samen.

Da kommt noch ein Windstoß und es geht hoch hinaus in den Himmel. Du siehst über dir das weite Blau, hier und da von wenigen Schäfchenwolken unterbrochen. Unter dir siehst du die Erde. Du gleitest hinab und landest nahe am Zaun sanft auf dem Erdboden zwischen den Gräsern und deinen Lieblingsblumen. Rot, blau, gelb, weiß und lila blüht es um dich herum. Du spürst, wie der Wind sanft an dir reißt. Er will dich wieder forttragen. Du bist aber schon halb in den Boden eingesunken und bleibst auf der Wiese zwischen den bunten Blumen und Gräsern nahe beim Zaun. Ein Sonnenstrahl fällt auf dich und du spürst die Wärme der Sonne, die Wärme der Erde. Hier bleibst du.

Die Kraft in dir regt sich. Noch schlummert sie, wie in einem Traum. Im nächsten Jahr wird hier eine neue Pusteblume stehen. Vielleicht kannst du jetzt schon fühlen, wie sie sich leise im Wind wiegt.

Die Ruhe – fühlst du die Ruhe der Pusteblume in dir?

Die Schwere – fühlst du die Schwere der Pusteblume in dir?

Die Wärme – fühlst du die Wärme der Pusteblume in dir?

Die Kraft – fühlst du die Kraft der Pusteblume in dir?

Traumreise

Es gibt viele Ideen für Traumreisen. Sie alle spielen in der Natur und bei allen haben die Kinder ihre Vorstellung auf die langweiligen, wohlvertrauten Bilder in der Natur zu achten.

Mich begeistert bei den Traumreisen, dass sich jedes meiner Kinder davon einfangen lässt, sei es der siebenjährige Wildfang oder der dreizehnjährige Pubertär. Sie alle brauchen gelegentlich eine Auszeit und sind hinterher wunderbar entspannt und ruhig.

Wenn du zu Hause auch einen oder mehrere Wildfänge hast und die Traumreise als Wunderwaffe gegen Lärm und Chaos einsetzen möchtest, wirst du im Internet neben dem obigen Beispiel viele andere (unterschiedliche) Traumreisen finden. Probiere diesen tollen Lautstärkeregler aus und berichte mir gerne von deinen Erfahrungen.

 

Träum‘ und reise süß!

 

Glaub nicht alles! – Nachtrag zu „Das bisschen Haushalt“

(siehe hier: Das bisschen Haushalt I)

Empört hatte ich die Nachricht meiner Krankenkasse vernommen, dass mir als Vollzeit arbeitende Alleinerziehende keine Haushaltshilfe zustünde, da ich ja auch sonst nie zu Hause wäre. Als ich eine knappe Woche später erneut ins Krankenhaus musste, weil die Voruntersuchung für die zweite OP meines Armes anstand, sprach ich die Ärztin darauf an.

„Auf jeden Fall steht Ihnen eine Haushaltshilfe zu. Ich unterschreibe Ihnen da ALLES!“ Sie brachte mich zu der Schwester, die meine Behandlungsverträge fertigmachte und wies sie an, mir doch bitte beim Ausfüllen der Anträge behilflich zu sein.

„Der Begriff Haushaltshilfe ist irreführend“,

erklärte mir die freundliche Schwester. „Dabei geht es nur um die Kinderbetreuung. Essen kochen, durchsaugen, Fenster putzen wird die alles nicht übernehmen dürfen.“

Mit dem ärztlichen Schreiben im Gepäck und noch mehr Fragezeichen im Kopf machte ich mich direkt auf den Weg zu meiner Krankenkasse. Nach den Untersuchungen im Krankenhaus und vor allem den 5 Stunden Wartezeit schmerzte mein Arm und schrie danach, mich auf die Couch und den Arm auf Eis zu legen. Das sorgte dann wahrscheinlich für ein ausreichend leidendes Aussehen, als ich mit meinem Fixateur externe – oder auch liebevoll Titanarm, Exoskelett oder mein neues Piercing genannt – die Geschäftsstelle der Krankenkasse betrat und mir den ersten freien Mitarbeiter suchte. Plötzlich war alles gar kein Problem mehr. Stirnrunzeln und Unverständnis des Mitarbeiters, als ich von dem Telefonat mit der ersten Auskunft erzählte. Zwanzig Minuten später war mein Antrag bewilligt und ich hatte eine lange Liste mit Pflegediensten, die ich anrufen durfte. Auch zu den Tätigkeiten der Haushaltshilfe bekam ich nun die Aussage, dass sie natürlich da sei, um meinen Haushalt zu führen. Kochen, putzen, Wäsche waschen wären mit meinem Arm ja gar nicht möglich.

 

In meinem ersten Telefonat mit einem Pflegedienst – der einzige Familienpflegedienst auf der Liste – war ich wieder ein wenig schlauer:

  • Die Berliner Pflegedienste seien alle hoffnungslos überlastet (und da die Krankenkassen so wenig zahlen, könne man auch keine neuen Arbeitskräfte finden)
  • Wenn Kinder im Haushalt sind, benötige man unbedingt einen Familienpflegedienst, da diese auf alle Alter spezialisiert seien (+ Kinder ins Bett schmeißen oder zur Schule bringen) und die ambulanten Pflegedienste auf die Bedürfnisse alter Menschen (Einkaufshilfe, Körperpflege) fokussiert seien
  • Die Krankenkasse muss mir nicht nur die Liste zur Verfügung stellen, sondern auch die Haushaltshilfe vermitteln

Nach dreißig Telefonaten (den Stundenlohn von 39,67 € eines Pflegedienstes werde ich wohl nie wieder aus dem Kopf bekommen) und fünf E-Mails hatte ich dann meine persönliche Haushaltshilfe gefunden.

Fazit:

Gib dich nicht zufrieden, wenn dich jemand abwimmeln möchte! Manchmal ist es einfacher, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, aber in jedem Fall solltest du dich erst zufriedengeben, wenn du zufrieden bist.

Als die Sterne vom Himmel fielen

Gute-Nacht-Geschichte

Schnell sammelte Sterntaler die herabgefallenen Sterne in ihr neues Hemd, doch es waren so viele, dass sie nicht alle tragen konnte. Glitzernd und funkelnd bedeckten die Sterne den Waldboden.

Das Kind, dem sie ihr letztes Hemd gegeben hatte, staunte sie mit weit aufgerissenen Augen an. „Du bist eine Zauberin!“, rief es aus.

„Nein“, lächelte Sterntaler. „Aber irgendjemand möchte, dass wir nicht mehr traurig sind und hat uns dafür die Sterne gesandt. Aber nun lass uns zur Ruhe legen. Es ist schon spät.“

Unter einem Baum bereiteten sie sich aus Moos und Gras eine Schlafstätte und sowie ihre Köpfe auf die weichen Kissen sanken, fielen sie in tiefen Schlaf mit wunderbaren Träumen.

Am nächsten Morgen erwachten sie, als die ersten Sonnenstrahlen sie an der Nase kitzelten. Sie reckten und streckten sich ausgiebig, schlugen die Augen auf und erschraken. Eine bunte Ansammlung an Waldtieren hatte sich auf ihrer Lichtung eingefunden. Ein kleiner Hase mit einer Mohrrübe im Schnäuzchen löste sich aus ihrer Mitte und hoppelte auf Sterntaler zu. Er legte die Mohrrübe vor Sterntaler auf dem Waldboden ab und sagte: „Wir möchten dir gerne unseren Dank erweisen, dass du auf das Wohl Anderer achtest. Nun ist es an der Zeit, dass sich auch um dein Wohl gekümmert wird. Bitte nimm unsere Geschenke an.“

Das Häschen hoppelte wieder zurück und verschwand in der Menge. Nun kamen alle Tiere nacheinander und legten ihre Gaben zu der Möhre auf den Waldboden: Das Eichhörnchen brachte Haselnüsse, der Bär ein Töpfchen voll Honig, die Mäusefamilie Körner und Beeren und die Schmetterlinge brachten bunte Blumengirlanden, die sie den Kindern sogleich um die Hälse hängten. Das Reh trat vor Sterntaler, lächelte es sanft mit seinen freundlichen, braunen Augen an und sagte: „Meine Gabe kann ich nicht hierher bringen. Aber bitte folgt mir, dann bringe ich euch zu meinem Geschenk.“

Die zwei Kinder, die sich in der Zwischenzeit von ihren Schlafstätten erhoben hatten, verstauten ihre Taler und die überbrachten Gaben in ihren Hemden und folgten dem Reh immer tiefer in den Wald hinein. Alle Tiere begleiteten sie. Sie liefen vorbei an plätschernden Waldbächen mit kleinen Wasserfällen, über eine kleine, morsche Holzbrücke, einen kleinen Hügel bergauf, eine steile Treppe, die zwischen zwei Felsen tief nach unten führte, hinab, einen geschlängelten Weg entlang, an einem verfallenen Schlösschen und an einer bunt leuchtenden Blumenwiese vorbei, bis sie schließlich vor einem hübschen Häuschen standen und das Reh sagte: „Wir sind da.“ Auf ihrem Weg hatten sie das Kind getroffen, welchem Sterntaler seine Mütze geschenkt hatte, und den alten Mann, dem es sein Stück Brot gegeben hatte, und sie hatten sich der merkwürdigen Wandertruppe angeschlossen. Froh, ihr Ziel erricht zu haben, rieben sie sich ihre schmerzenden Füße.

Mit seiner weichen Schnauze klopfte das Reh dreimal an die sonnengelb gestrichene Holztür und trat einen Schritt zurück. Es dauerte nicht lang, da öffnete eine junge Frau mit Kochschürze und einem Kochlöffel in der Hand die Tür und lächelte verwundert die Besucher an.

„Liebe Frau“, sprach das Reh, „ich weiß, dass ihr euch schon lange vergeblich Kinder wünscht. Diese Kinder, die wir zu euch führten, haben durchweg ein gutes Herz, kümmern sich um das Wohl Anderer und wurden selbst vom Glück verlassen, sodass sie weder Vater noch Mutter haben. Und auch dieser alte Mann hat niemanden mehr auf der Welt. Sie können die Familie sein, die ihr euch schon lange wünscht.“

Glücklich fielen sich alle in die Arme und versprachen einander, von nun an gegenseitig auf sich aufzupassen.

Mit Freudentränen in den Augen trat Sterntaler zu dem Reh, umarmte es und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. „Ich danke dir, lieber Freund“, sagte es. „Dank dir bin ich nun so viel reicher, als es alle Sterne der Welt gemeinsam je vermocht hätten.“

Wie ich zu meinem Blog kam oder „Das bisschen Haushalt“

Zum Geburtstag bekam ich eine Karte geschenkt, auf der ein Affe mit Laptop und Brille zu sehen war. „Es ist affig, immer nur zu arbeiten – man muss auch feiern können“, lautete die Überschrift.

Diese Karte bringt auf den Punkt, was ich bin: ein Workaholic. Ich liebe meinen Job und quäle mich nicht des Geldes wegen jeden Tag acht Stunden ins Büro (ja, es ist ein positiver Nebeneffekt und motiviert mich natürlich zusätzlich). Mir gefällt meine Tätigkeit; die Fima, für die ich arbeite, hat ein zauberhaftes Produkt, hinter dem ich voll und ganz stehe, und befindet sich derzeit in einer spannenden Phase der Firmenentwicklung. Außerdem bin ich stolz darauf, dass ich als Alleinerziehende von zweieinhalb Kindern meine Rechnungen selbst begleichen kann und nicht auf soziale Unterstützungen angewiesen bin, und dass es auch für Sport, Ausflüge und Reisen reicht.

Ich bestreite gar nicht, dass mein Lebensstil anstrengend ist. Oft schmeiße ich abends mit fast schon geschlossenen Augen die Waschmaschine an, bereite die Schulbrote für den nächsten Tag vor, obwohl ich die Wolke (mein superkuscheliges Bett mit Platz für die ganze Familie) schon deutlich nach mir rufen höre. Manchmal verfluche ich mich dafür oder nehme mir einen Tag frei, um in Ruhe die Wohnung zu putzen, aber im Grunde kann ich mir keinen anderen Lebensstil vorstellen.

Dann kam der Tag, an dem ich mir den Arm brach

Ronja hatte sich gewünscht, nach der Schule auf der Spielstraße hinterm Haus Inlineskaten zu gehen. Ich war begeistert. Ronja bevorzugte meist ruhigere Aktivitäten, meine Skates hatten zuletzt im vergangenen Sommer das Tageslicht gesehen und für Sport in Verbindung mit Mama-Kinder-Zeit bin ich immer zu haben. Also schmissen wir morgens schnell unsere Skates ins Auto, ich nahm mir früher frei und wir fuhren nach der Schule zur Teufelsseechaussee, einer Fahrradstraße im Grunewald. Mich überkamen kurz Zweifel, da ich morgens in der Eile Schützer und Helm vergessen hatte, aber wir wollten ja nur ein bisschen herumrollern.

30 Minuten später lag ich mit mehreren Schürfwunden und einer Welle im rechten Arm auf dem Boden, ärgerte mich über mich selbst und wartete auf den Rettungswagen. Familie und Freunde übernahmen die Betreuung der Kinder, während ich im Krankenhaus lag und eine Arbeitskollegin riet mir:

„Beantrage eine Haushaltshilfe bei deiner Krankenkasse. Die steht dir zu!“

Gesagt, getan. Gemeinsam mit meiner Mutter stöberte ich auf der Internetseite der Barmer GEK, die groß anpries, ihren Mitgliedern sogar über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus zu helfen. Das Standard-Anforderungsformblatt wurde schnell gefunden, aber alleinerziehend mit zweieinhalb Kindern ist selten Standard, also rief ich bei der Tag-und-Nacht-Hotline an. Eine freundliche Dame erklärte mir, ich müsse das Standard-Formblatt ausfüllen, und fragte mich ein paar Daten ab. Als ich auf die Frage nach meinem Arbeitsvolumen mit „Vollzeit“  antwortete, stutzte sie und erklärte mir, dass mir in dem Fall gar keine Haushaltshilfe zustehe, da ich ja auch sonst nicht zu Hause bin. Vor Empörung blieb mir fast die Luft weg: Weil ich normalerweise die Doppelbelastung mit Arbeit und Haushalt auf mich nehme, muss ich das jetzt, da ich beides nicht kann, den Haushalt trotzdem mit links schaffen.

Bekanntermaßen hat man im Krankenhaus viel Zeit zum Nachdenken. Bei mir wurde dieser Umstand dadurch verstärkt, dass ich wegen einer ungünstig gelegenen Schürfwunde zwei Wochen auf die eigentliche OP warten musste. Zwischen Büchern, Gesprächen mit meiner 89jährigen Bettnachbarin, Kreuzworträtseln – meine Kinder bewundern die wunderschöne Handschrift, die ich mir mit links angeeignet habe – und Besuchen meiner Lieben schoss mir immer wieder das Lied „Das bisschen Haushalt„* von Johanna von Koczian durch den Kopf, setzte sich als Ohrwurm fest und brachte mir in Form von Kopfkino die Idee zur Bilderstrecke „Das bisschen Haushalt“.

„Das kann ja nicht sein! Damit muss man an die Presse gehen“, schimpfte meine Arbeitskollegin. „Meine Freundin hat jeden Tag 6 Stunden die Haushaltshilfe. Und die hat sogar nen Mann.“

„Mit einem Mann braucht man manchmal eine Haushaltshilfe“, kommentierte eine kinderlose, verheiratete Freundin auf facebook, wo ich meinem Ärger Luft machte, und kassierte dafür viele Lacher.

„Aber deine Kinder helfen doch bestimmt im Haushalt mit“,

kommentierte eine andere Freundin.

Ich bin niemand, der lange an seinem Ärger festhält. Zum Glück habe ich Familie und Freunde, die mir unter die Arme greifen. Aber vielleicht erreicht meine Bilderstrecke Menschen, die in der Lage sind, Entscheidungen diesbezüglich zu treffen, die mir und anderen Alleinerziehenden in Zukunft helfen können.

Da es an solchen und anderen Kuriositäten im Alltag mit zwei bis drei Kindern nie mangelt, die es durchaus wert sind, weitergetragen zu werden, werde ich hier in den kommenden Monaten regelmäßig Erfahrungsberichte online stellen. Zusätzlich stellen wir unter „Betthupferl“ viele Gute-Nacht-Geschichten meiner Kinder und mir vor.

Viel Spaß auf meiner/unserer zauberhaften Seite!

 

*Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=NoZ050vCa8c